Wie der Zypernkonflikt eine Insel teilt

Durch seine strategisch wichtige Lage war Zypern stets ein Spielball der Großmächte und wurde 1914 von Großbritannien annektiert. Dies führte zur Gründung zweier Unabhängigkeitsbewegungen. Genoss die eine den Rückhalt der griechischen Volksgruppe, der etwa 80 Prozent der Zyprer angehören, wurde die andere von der türkischen Minderheit gestützt. Während die Griechen den Anschluss an ihr Heimatland propagierten, machten sich die anderen für eine Unabhängigkeit von Großbritannien stark, drängten jedoch auf eine politische Teilung der Insel. 1959 wurde Zypern unabhängig. Dies verstärkte jedoch erneut den Zypernkonflikt. Erst das Eingreifen der UNO und die Teilung der Insel konnten die immer schärfer werdenden Unruhen beenden. 1974 putschte das griechische Militärregime den Ministerpräsidenten Zyperns aus seinem Amt, um einen Anschluss an Griechenland zu erwirken. Als Folge besetzte die türkische Armee den Norden der Insel und rief die Türkische Republik Nordzypern aus. Dieser fehlt bis heute die internationale Anerkennung. Somit ist völkerrechtlich die gesamte Insel Mitglied der EU, faktisch jedoch nur der Südteil.