Señora de Cao

Die Mochica schufen eine hochentwickelte Kultur ganz im Norden Perus, die sich etwa 700 Jahre bis ins 8. Jahrhundert halten konnte. Lebensgrundlage war ein ausgeklügeltes Bewässerungs- und Bewirtschaftungssystem.
Die Mochica hatten fortschrittliche Kenntnisse der Metallbearbeitung, durch die Verwendung von Modeln betrieben sie eine frühe Massenfertigung ihrer Keramiken und pflegten rege Handelsbeziehungen. Mit den beiden Pyramiden Huaca del Sol und Huaca de la Luna hinterließen sie die größten Bauten Südamerikas.

Schamanin oder Halbgöttin?
Rituale spielten eine zentrale Rolle im religiös-kulturellen Leben der Mochica. Eine Theorie besagt, dass sie sich wegen ihrer Vorliebe für Menschenopfer schließlich selbst die Existenz entzogen. In der Ausgrabungsstätte El Brujo wurde 2005 die perfekt erhaltene Mumie einer schwangeren jungen Frau gefunden. Umfangreich tätowiert an Armen und Beinen, behängt mit kostbarem Geschmeide und eingehüllt in meterlange Baumwolltücher, wurde sie vor etwa 1.700 Jahren zur letzen Ruhe gebettet, daneben ein junges Mädchen als Opfer. Die Fülle und die Kostbarkeit ihrer Grabbeigaben zeichnen sie eindeutig als hochstehende Persönlichkeit aus. Ob sie aber Herrscherin, Schamanin, Priesterin, Halbgöttin war, konnte noch nicht geklärt werden. Sie gewährte den Archäologen faszinierende Einblicke in ihre Welt, ließ aber ungezählte Fragen unbeantwortet.
Warum musste sie so jung sterben? Ist sie freiwillig aus dem Leben geschieden, wurde sie Opfer eines Ritualmordes? Sie ist die erste Frau, in deren Grab Waffen gefunden wurden – niemand weiß bis jetzt warum. Anfang April 2007 hat die Wiese-Stiftung mit dem Nationalen Kulturinstitut das Cao-Museum gegründet. Die Ausstellungsstücke stammen zwar aus verschiedenen Epochen, haben ihren Ursprung aber alle in diesem Gebiet und dokumentieren einen Zeitraum von 5.000 Jahren ununterbrochener Besiedlung.

Website der Wiese-Stiftung (in spanisch)