Auf der Suche nach dem Warum

Anfang März 2019 – Statt nach Berlin zur Internationalen Touristik Messe „ITB“ zu fahren, tausche ich dieses Jahr die „heiligen“ Messehallen gegen den südafrikanischen Busch.
Denn gerade in Südafrika werden derzeit viele neue Lodges und Camps gebaut, andere werden „soft“ renoviert oder komplett umgestaltet. Und so war es wieder einmal Zeit, sich vor Ort umzusehen.

Acht Nächte habe ich für Sie in den an den Krüger National Park angrenzenden privaten Reservaten Sabi Sands, Thornybush und Timbavati verbracht. Und dort viel entdeckt, gelernt – und gefühlt …

Denn oft sind es viel mehr das Gefühl und die Atmosphäre, die eine Lodge, ein Camp, einen Platz besonders machen. Luxus, Ausstattung, Service – das ist die eine Seite. Aber die „soft skills“ sind maßgeblich für jene Lodges und Camps, die wir Ihnen anbieten.

Und deshalb wollte ich auf dieser Reise also vor allem herausfinden: WARUM ist eine Lodge, ein Camp so besonders? Welche Werte und welche Philosophie stecken hinter der „Fassade“ und passen sie zu den Werten und Ideen von art of travel?

Als Selbstfahrer von Süd nach Nord

Das Abenteuer beginnt, zusammen mit meiner Kollegin aus Kapstadt, in Skukuza, dem Zielflughafen für das südliche Sabi Sands Reservat und den Krüger Nationalpark.
Dort übernehmen wir einen Toyota Fortuner mit Allradgetriebe, um als Selbstfahrer von Süd nach Nord von Lodge zu Lodge zu fahren. Vor allem, um persönlich ein besseres Gefühl für die Fahrzeiten und Distanzen zu bekommen! Denn die eindeutig bequemere Art der Anreise sind Direktflüge im Kleinflugzeug zu den jeweiligen Landepisten der Lodges.

Sobald wir das Shaws Gate in das Sabi Sands Game Reserve mit allen Formalitäten passiert haben, "switched" das Gefühl sofort auf den Abenteuer-Modus, denn diesmal haben wir keinen erfahrenen Ranger bei uns, sollte es zu Tierbegegnungen kommen. Wir bewegen uns nun als Gäste im Reich der Tiere, was uns gehörigen Respekt abringt!

Das Wort „Respekt“ begleitet mich auf meiner kompletten Reise auf unterschiedliche Art und Weise, denn wir lernen unterschiedliche Ranger, Lodgemanager und Menschen kennen, die für das Wohl und den reibungslosen Ablauf hinter den Kulissen tätig sind.
Sie sind es, die den Orten eine Seele geben, und diese Leistung nötigt mir immer wieder aufs Neue Respekt ab. Diese Menschen schaffen es, den unterschiedlichen Gästen ein Gefühl von Ankommen zu geben.
Jeder kommt mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und Ideen, was so eine „Safari“ erfüllen soll. Unterschiedliche Nationalitäten und Mentalitäten. Menschen, die das erste Mal Afrika besuchen, andere, die schon „alte Safarihasen“ sind. Menschen, deren Ziel nur die „Big 5“ sind, andere, die gerne das „große Ganze“ erleben und verstehen möchten.
Ranger, die versuchen, auf Teufel komm raus die Wünsche der Kunden zu erfüllen und Ranger, die sehr behutsam und mit viel Respekt den Gästen erklären, „WARUM“ es immer „Animal–First“ heißen muss ...
Und warum manchmal unsere Wünsche und Vorstellungen in den Hintergrund gestellt werden sollten.

Neben dem Wort „Respekt“ kommt dann auch das Wort „Zeit“ ins Spiel. Zeit, sich auf den Busch und die Tiere einzulassen, die ein ganz eigenes Verständnis von Zeit haben.
Zeit, um anzukommen, wahrzunehmen und zu genießen.
Zeit, die Menschen vor Ort kennenzulernen.
Zeit, um selbst zu fühlen, zu riechen und zu spüren.
Zeit, für sich und seine Lieben zu haben.
Zeit, …

Und mit all meinen Sinnen, mit viel Zeit und Respekt vor der Natur, darf ich an einem Tag mit meiner ersten weiblichen Rangerin den Busch entdecken.
Auf unserer Pirschfahrt schauen wir auch über das Offensichtliche hinaus, wir bleiben stehen und dürfen fühlen und riechen. Wir warten, dass die Tiere auf uns zukommen und uns somit einladen, sie näher zu betrachten. Oder sie sich manchmal auch nicht zeigen, um nicht von kleinen und großen Objektiven abgelichtet zu werden …
Zeit hilft auch zu verstehen, warum die menschliche Präsenz und unser Wunsch, möglichst nahe an Tiere heranzufahren oft gar nicht gut ist und Tiere vielleicht gefährden kann.

Den großen Unterschied macht das Warum

So lerne ich, dass wir Katzen-Babies nur länger beobachten dürfen, wenn die Mutter dabei ist. Denn andere Raubtiere wie z.B. Hyänen haben gelernt, dass diese offenen Fahrzeuge, in denen Menschen unterwegs sind, nur dort länger stehen bleiben, wo es etwas Interessantes zu sehen gibt. Ein Zeichen für Hyänen, eventuell leichte Beute machen zu können …

Genau diese Erklärungen für das WARUM, der respektvolle Umgang mit Mensch und Tier sowie die damit verbundene Verantwortung machen für mich persönlich auf dieser Reise den großen Unterschied.
Es sind die Menschen, die die Lodges und Camps mit Leben füllen: egal ob die neueste, modernste Lodge mit großen Suiten und eigenem Pool oder das „Tented Camp“. Menschen, die mit kleinen Gesten den großen Unterschied machen und unsere Seelen berühren.

Und dann gibt es die Lodgebesitzer, die mit fairen Bezahlungen, Aus- und Weiterbildungen ihre Mitarbeiter wertschätzen. Lodges, in denen die Mitarbeiter zu Familien zusammenwachsen und man als Gast genau diese Atmosphäre schon beim Betreten der Lodge wahrnehmen kann – und sich sofort „home away from home“ fühlt.

All diese WARUMS machen Afrika für mich zu einem ganz besonderen Ort, einem emotionalen Ort. Zu einem Ort, an dem ich bei jedem Besuch dazu lerne und dem ich mit großem Respekt begegne. Einem Ort, an dem man spürt, wie verletzlich und fragil unsere Welt ist und wie schwer es ist, Mensch und Tier im Gleichgewicht leben zu lassen.

Von den Lodges, die ich innerhalb von 8 Tagen besucht habe, sind es die Tengile River Lodge, die Silvan Safari Lodge, das Tanda Tula Tented Camp und die exklusive Privatvilla Kubili House, die mich nachhaltig am meisten beeindruckt haben.

WARUM und alles andere, was ich noch auf dieser Reise erlebt habe, erzähle ich Ihnen sehr gerne in einem persönlichen Gespräch.

Mbulela, Totsiens
Ihre Sabine Pokorny