Reisebericht Norwegen 2018

Der Indian Summer an Kanadas Ostküste ist mir nachdrücklich im Gedächtnis geblieben mit seiner Farbgewalt. Aber dass Norwegen im Oktober derart opulent mit buntem Herbstlaub und magischen Stimmungen aufwartet, kam dann doch absolut unerwartet.

Und dass ich außerdem Unterwasser-Einblicke in die leider etwas trüben, eiskalten Fjorde bekommen würde, hätte ich ja im Traum nicht gedacht!
Auf meiner letzten Reise an Bord von Le Champlain habe ich trotz langjähriger Berufserfahrung wieder derart viel Neues entdeckt, dass ich Ihnen das auf keinen Fall vorenthalten möchte – so stimmig war alles.

Gestatten - ''Meine'' Le ChamplainUnd dann dieses neue Expeditionsschiff! Ponant spricht zu Recht von einer „neuen Generation“, denn derart viel Authentizität und Naturerlebnis und gleichzeitig höchster Komfort, Top-Service und tolle Küche, das ist schon etwas wirklich Neues.

Aber alles der Reihe nach …

In einer kleinen Gruppe reiste ich im Oktober in Norwegens zweitgrößte Stadt Bergen, die Ihrem Ruf als regenreichste Stadt Europas mal wieder alle Ehre machte: Es schüttete in Strömen!

Die Regenlücke wird gleich für ein Foto in Bergen genutztNach einer Stärkung in einem bekannten Fischrestaurant im historischen Zentrum Bryggen mit seinen alten Handelshäusern flüchteten wir uns direkt in die trockene Geborgenheit der Le Champlain, wo ich das ganze regennasse Panorama erst einmal gemütlich von meiner Suite aus bewunderte.

Blick aus der SaunaDas ist eben das Schöne an Kreuzfahrten: Man sitzt mollig warm in der Sauna und hat trotzdem etwas von der Landschaft.
Dass man bei Schmuddelwetter aber sogar von unsichtbaren von Heizstrahlern gewärmt an Deck sitzen kann, ist ein Novum der Le Champlain – das ich auf dieser Reise sehr zu schätzen lernte!
Und als wäre das nicht Luxus genug, legte die Le Champlain mit ihren französischen Wurzeln noch eine Portion Savoir-vivre oben drauf. Mit Blick auf das herbstliche Norwegen draußen im Warmen (!) sitzen und dann hauchzarte Crêpes genießen, flambiert in Grand Manier und mit einer Karamellsauce, die mit "göttlich" nur unzureichend beschrieben sind. Ich bin normalerweise keine "Süße", aber davon habe ich mir gleich zweimal nehmen müssen.
Und beim Frühstück bin ich zum leidenschaftlichen Croissant-Fan geworden.

Wohlig warm genießen - sogar unter Wasser

Und bei Regen und Fjordblick im 31°C warmen Infinity-Außenpool zu baden oder einfach seine Teatime in die Outdoor-Sitzecke zu verlegen - das war schon eine absolut verrükte Kombination!

Definitiv weit überboten wurde dieses Erlebnis vom Besuch der ersten Unterwasser-Lounge in der Geschichte der Expeditionskreuzfahrten: der futuristischen Blue-Eye-Lounge.
Was für ein gigantisches Erlebnis muss es sein, mit Le Champlain in der Karibik, im Indischen Ozean oder sogar in der Südsee unterwegs zu sein! Auge in Auge mit Mantarochen, Clownfischen & Co. !

Futuristisch - die Blue-Eye-LoungeAlles dort ist in geheimnisvolles blau-lila Licht getaucht, psychedelische Musik und wenn möglich sogar Walgesänge werden dort mittels Hydrophonen im Umkreis von fünf Kilometern übertragen!

Der französische Erfinder der Lounge, Jacques Rougerie, erzählte uns persönlich und höchst euphorisch von der Entwicklung seiner Idee, inspiriert von Jules Verne und Jaques Cousteau.

Mit den Blue-Eye-Lounges heben sich die Explorer-Schiffe von Ponant wie eben Le Champlain, die bereits fahrende La Lapérouse und die in den nächsten Monaten folgenden Explorer-Schiffe der gleichen Baureihe von ihren Mitbewerbern im Luxus-Expeditionsbereich ab!

Warum Norwegen im Herbst besonders ist

Eine Seltenheit - allein im Geiranger FjordFalls Sie schon seit den ersten Zeilen rätseln, warum man im Spätherbst Norwegen als Ziel für eine Expeditionskreuzfahrt wählt – und keine wärmeren und wettersicheren Gefilde: Spätestens das Einlaufen im Geirangerfjord war Antwort genug.
Fast alleine ankerte Le Champlain in Norwegens bekanntestem Fjord.
Im Hochsommer undenkbar!

Dazu natürlich die sagenhafte Herbstfärbung, die mystisch umherziehenden Nebel und der ständige Wechsel aus gleißender Sonne und Wolken auf einer Wanderung durch den Nationalpark Jostedalsbreen …

Mir schwirrt heute noch der Kopf von Natureindrücken – und das ist zwischen all den Lichterketten, Christbaumkugeln und Glühweinständen eigentlich auch ganz nett.