New York is my boyfriend

Freunde schenkten mir vor einigen Jahren eine kleine Tasche mit dem aufgedrucktem Slogan "New York is my boyfriend". Das beschreibt auf humorig-abstrakte Weise ziemlich gut mein Verhältnis zu dieser Stadt, das sicher nicht Jeder nachvollziehen mag. New York ist ein Stück Zuhause, ein wohliges Ankommen und auch nach dem x-tem Besuch ein Glücksgefühl.

Vor knapp vier Wochen hatte ich die Möglichkeit, meine Liebschaft über dem großen Teich wiederzusehen. Da mag man jetzt anmerken, dass der Winter für New York nicht die ideale Reisezeit ist, was angesichts des regelmäßigen Flugchaos' vor Ort bei Schnee durchaus richtig ist.
Andererseits ist die Stadt selten so ruhig und man kann in Ruhe flanieren, ohne von Touristenströmen mitgerissen zu werden – und die Preise sind selten so attraktiv.

Ein Neues Stadtviertel für den Big Apple

Immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen führte mich mein Weg an die Westside zum endlich fertiggestellten „The Highline“, einer stillgelegten Bahntrasse, die renaturiert als Naherholungsziel mit Sitzgelegenheiten aufgehübscht wurde. Und das in der Tat sehr geschmackvoll, was in den USA ja nicht immer der Fall ist.

Mit mit den Hudson Yards entsteht ein völlig neues ViertelAn der 34th Street entsteht gerade mit den Hudson Yards ein völlig neues Viertel mit dem "The Vessel" als Mittelpunkt. Einem Bauwerk, bei dem es mir schwerfällt, zu definieren, was es ist. Kunst- oder Bauwerk? Monument? Es handelt sich um ein Design von Thomas Heatherwick, das nur aus Treppen besteht.

In Hudson Yards selbst wird es natürlich diverse Unterhaltungsmöglichkeiten geben, aber was wirklich besonders sein wird, ist die im Frühsommer eröffnende Aussichtsplattform.

Blick vom Hudson Yards Observation DeckDen Hinweis, dass es zwischenzeitlich genug Aussichtsplattformen gibt, nehme ich zur Kenntnis - kontere ihn aber mit dem Fakt, dass doch jede eine andere Perspektive auf die Stadt bietet.
Und darüber freut man sich als New York-Kenner natürlich ganz besonders.

Kunst ist immer wieder ein neues Thema

Am Ende der 14th Street erwartet mich das Whitney Museum of American Art, gegründet von Gertrude Vanderbilt. Alleine schon die Außenansicht ist eine Augenweide und innen begeistert mich eine spannende Andy Warhol Ausstellung (bis 31.03.2019, Kurzentschlossenen sei zugerufen "es lohnt sich!!"). Das Museum verwahrt den gesamten Nachlass von Edward Hopper, wie ca. 50% der Roy Lichtenstein-Foundation.
Ich finde, dass das Whitney zu Unrecht in den üblichen Aufzählungen vergessen wird. Und so möchte ich jeden, der die Treppen zum „The Highline“ erklimmt, imaginär am Ärmel zupfen und auf das imposante Bauwerk direkt daneben verweisen.

Ein neues Herz für Downtown

Bahnhof ''Oculus'' One World Trade CenterNew York-Wiederkehrer werden, wie ich auch, über die ganze Entwicklung von Downtown und der Gegend um das 09/11 Memorial staunen. Mit dem neuen Jahrhundertbahnhof „Oculus“, der auch mit 7 Jahren Verspätung eingeweiht wurde (hallo BER Airport!!) und dem One World Trade Center hat das Viertel ein neues Herz bekommen. Hier wird wieder gelebt, gearbeitet und gewohnt.

Ich muss zugeben: Ein Hotel in Downtown war für mich in den letzten Jahren eher zweite Wahl, heute bin ich begeistert und empfehle gerne eine Übernachtung im The Beekman Hotel & Residences, von dem aus viele Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar sind.

Face- und Imagelifting für Brooklyn

Ein weiteres Stadtviertel, das wirklich ein immenses Face- und Imagelifting durchlebt erlebt hat, ist Brooklyn. Viele Start-ups, Künstler, Galerien und Kreative haben hier ihr Zuhause gefunden und verwandeln Brooklyn in ein spannendes, lebendiges und authentisches Viertel, das derzeit als "Must-see" mit ins Besichtigungsprogramm aufgenommen werden sollte.
Mein Tipp im Sommer ist dann der Smorgasburg Foodmarkt gleich neben dem William Vale Hotel!

Blick vom Willam ValeEs ist eines von vielen spannenden Hotelprojekten, die in Brooklyn in den letzten Jahren entstanden und ein Ende ist kaum in Sicht! Hotels wie das William Vale, das als „Zuckerl“ nur Zimmer mit Balkon und atemberaubendem Blick auf die Skyline von Manhattan bietet, sind durch die schnelle Anbindung an die Stadt ebenfalls eine spannende Alternative.

Shopping-Überraschung für art of travel-Gäste

Spaß macht natürlich auch ein kleiner Shoppingbummel, bei dem ich mich diesmal gegen die Fifth Avenue und für die entspanntere Madison Avenue entscheide. Parallel dem Central Park entlang schlendernd freue ich mich an den nicht vorhandenen Touristen und genieße die gepflegte Upper Eastside-Atmosphäre, in der ich hauptsächlich auf Einheimische treffe.
Welche Besonderheiten die Läden dort für Gäste von art of travel bereithalten, verrate ich Ihnen gerne persönlich.

Am letzten Abend vor der Heimreise, der immer von Melancholie und Schwermut begleitet wird, führt mich meine Liebe New York zum Essen aus - in das Manhatta Restaurant (ohne N, dafür mit gigantischem Blick!) im 60. Stock. Hier kann ich nur sagen "Reservierungen sind dringend zu empfehlen!" Hätte New York mir dort einen Antrag gemacht: Ich hätte Ja gesagt!