Dem Himmel so nah – Nepal

Das Land der Götter, Mythen und Legenden, Nepal, erreiche ich von Indien aus. Nach Verlassen des Flughafengebäudes in Kathmandu merke ich aber sofort einen Unterschied zu Indien: Die Autos und Motorräder bleiben ordentlich in ihren Spuren und halten an roten Ampeln. Nepal ist ruhiger, die Menschen wirken gelassener.

So bunt wie Indien, aber doch geordneter - KathmanduNach nur 10 Minuten Fahrt tauche ich aber bereits in eine nochmal ganz andere Welt ein – in jene des Dwarika’s Hotel Kathmandu, wo mir im oasenhaft grünen, stillen Innenhof ein wunderbarer Empfang bereitet wird, denn hier werden die alten Traditionen der Gastfreundschaft noch gepflegt. Das außergewöhnliche Boutique-Hotel ist der beste Ausgangspunkt für Besichtigungen in Kathmandu und auch Start- und Schlusspunkt einer Rundreise.

Und: Im nepalesischen Restaurant des Hauses waren bereits Hillary Clinton und Demi Moore zu Gast und schwelgten in den fantastischen Menüs mit 9 bis 22 Gängen. Aber selbst von unseren Gastgebern hat angeblich noch keiner die ganzen 22 Gänge geschafft.

Das Fest der Kind-Göttin

Es gibt viele Götter in Nepal – und entsprechend viele Feste, um sie zu ehren. Als wir ankommen, wird das Fest der Kumari vorbereitet.
Die Kumari ist eine Kind-Göttin, ein ganz „echtes“ Mädchen, das auserwählt ist, um fortan im Tempel der Kumari sein neues Zuhause zu finden. Einmal im Jahr verlässt sie für einen Tag ihren Tempel und wird in einem goldenen Wagen durch die Straßen Kathmandus gefahren.

Ihre Amtszeit als Göttin endet mit der Pubertät. Eine nicht unumstrittene Tradition, obwohl mittlerweile ein Lehrer die Kumari im Tempel unterrichten darf, sodass sie sich nach Ablauf ihrer Amtszeit besser im alltäglichen Leben zurechtfindet.

Ich frage meinen nepalesischen Kollegen, was er denken würde, würde seine Tochter als nächste Kumari auserwählt – schließlich dürfen die Eltern sie dann über Jahre nur im Tempel besuchen, um ihr als Göttin zu huldigen.
Er ist ein moderner Mann, dennoch ist es keine Frage: selbstverständlich wäre es eine große Ehre!

Feste feiern wie sie fallen

In Nepal wird immer irgendetwas gefeiert. Auf dem Patan Square kommt uns ein bunter Umzug entgegen: Frauen in leuchtend roten Saris werfen Blütenblätter, Männer mit traditioneller Kopfbedeckung und verspiegelten Sonnenbrillen trommeln, spielen Flöte, begleiten einen fürstlich gekleideten Jungen, hinter dem ein alter Mann und eine alte Frau auf Sänften getragen werden.

Wie ich erfahre, hat auch dieses Fest einen alltäglichen Hintergrund: Wenn ein Junge das Mannesalter erreicht, findet ihm zu Ehren eine Prozession statt und dasselbe gilt, wenn ältere Herrschaften bestimmte Jubiläen feiern. Während der Junge vorne im Zug etwas unsicher erscheint, genießt der alte zahnlose Mann es sichtlich, durch die Menge getragen zu werden und winkt uns fröhlich zu.

Am Kathmandu Durbar Square geraten wir wieder in eine Menschenansammlung. Diesmal sehen die Gesichter ernst aus, es werden Schilder hochgehalten. Es findet eine "democracy fair" statt, und am Rande dessen eine Demonstration für bessere Arbeitsbedingungen bei den Justizbeamten.
Nepal ist noch eine junge Demokratie. Um den Menschen zu erklären, welche Rechte sie haben aber auch welche Verpflichtungen, werden Vorträge gehalten und Podiumsdiskussionen geführt. Die Demonstranten sind sehr erfreut, dass wir Ausländer uns für ihre Sache interessieren.

Was unendlich schade ist: Den gewaltigen Himalaya sehe ich nur noch aus dem Flugzeug der „Buddha Air“. Als kleinen Trost aber halte ich ein „Mountain Flight Zertifikat” in den Händen, das mir schwarz auf weiß bestätigt: „I didn’t climb the Mount Everest, but I touched it with my heart”.

Trekking in Zentralnepal & Nashorn-Mamas in Chitwan

Nachdem Kathmandu immer kleiner wird, freue ich mich schon auf mein nächstes Ziel Pokhara. Die Stadt in Zentralnepal ist für viele Ausgangspunkt für den Annapurna Circuit, eine beliebte Trekkingtour im Himalaya und auch ich schnüre meine Wanderschuhe.

Ein guter Guide wie ''Big D'' ist Gold wertMit meinem Guide „Big D“ führt mich eine Wanderung durch unglaublich schöne Natur und Reisfelder zur Peace Stupa, von wo aus sich ein fantastischer Blick über den Phewa Lake und die Stadt Pokhara zu den Gipfeln des Himalayas eröffnet.

Einen letzten abenteuerlichen Flug in einer achtsitzigen Kleinmaschine später beschließen wir unsere in Bharatpur nahe des Chitwan Nationalparks, der bekannt ist für seine Nashörner. Und auch wir haben Glück und beobachten eine Nashorn-Mama mit Baby!

Familie Nashorn in ChitwanBei einem entspannten Sundowner mit Blick auf den Fluss enden ein perfekter Tag und eine perfekte Nepalreise.

Mein Fazit: Nepal hat unglaublich viele Gesichter! Kathmandu mit seinen kulturellen Sehenswürdigkeiten, das einerseits einem Freilichtmuseum gleicht und Traditionen pflegt, andererseits seinen Weg in eine moderne Demokratie sucht. Dann Pokhara mit den Himalaya Gipfeln, wo Outdoor-Aktivitäten im Vordergrund stehen und ein Naturerlebnis das nächste jagt. Und nicht zu vergessen die verschiedenen Safaris im Chitwan Park mit Dschungel, Nashörnern und mit Glück auch Tigern.