Namibia – das Land der endlosen Weiten und Distanzen

Schon auf meiner ersten Fahrt vom Flughafen in Windhoek in Richtung Waterberg Plateau merke ich in meinem Ford Ranger, welche Dimensionen dieses Land hat!
Namibia ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland – und doch leben dort lediglich knapp 2,5 Millionen Einwohner. Zuhause in Deutschland sind es fast 83 Millionen.

Nach den ersten knapp 300 km und über drei Stunden später erreiche ich Okonjima – Heimat der AfriCat Foundation. Wie die Stiftung arbeitet und worauf sie sich spezialisiert, zeigt mir Assistant Camp Manager Louis. An oberster Stelle steht hier das Ziel, möglichst viele Großkatzen erneut auszuwildern und so seltene Arten zu bewahren.
Gerade deshalb wundere ich mich, weshalb Geparden seit kurzer Zeit nicht mehr Teil dieses Projekts sind. Louis erklärt mir, dass aufgrund der starken Population der bereits ausgewilderten Leoparden und Hyänen in diesem Gebiet Geparden kaum Überlebenschancen haben. Um die Tiere dennoch in die Wildnis zu „entlassen“, werden nun andere Reservate gesucht, in denen sich die eleganten Raubkatzen etablieren können.
Nach erfolgreichem Leoparden-Tracking und Morning Game Drive trete ich die Rückreise nach Windhoek – genauer gesagt in Richtung Omaanda – an.

Angelina Jolie und Omaanda

Omaanda by Zannier Hotels in der Nähe des Flughafens Windhoek ist das erste Projekt der belgischen Hotelgruppe und dessen Besitzers Arnaud Zannier in Afrika. Warum aber baut ein belgischer Hotelier, der sich auf den asiatischen Markt spezialisieren wollte, eine neue Lodge in Namibia?

Der Schlüssel dazu heißt Angelina Jolie. Die spannende Geschichte hinter dem Projekt und warum mir Omaanda so gut gefallen hat, erzähle ich Ihnen gerne persönlich.

Tiere – und wie anpassungsfähig sie sind

Von Omaanda geht es für mich weiter in das private Reservat Ongava. Es liegt angrenzend an den Etosha Nationalpark und dort habe ich wieder das tolle Gefühl, im afrikanischen Busch zu sein.
Vier unterschiedliche Camps innerhalb des Reservats bieten in Ongava für jeden Geschmack die passende Unterkunft, und Dank der unmittelbaren Nähe zum Etosha Nationalpark genießen Gäste nicht nur die Vorzüge eines privaten Game Reserves, sondern gleichzeitig die ungewöhnliche Landschaft von Etosha.
In jedem Fall eine fantastische Station für Safari- und Tierliebhaber in einem ansonsten eher landschaftlich faszinierenden Land. Hier teile ich die Tage im Busch mit Löwen, diversen Antilopen, Vögeln, Nashörnern und Elefanten.

Elefanten sind in diesem Fall der passende Übergang, um von der unglaublichen Anpassungsfähigkeit von Lebewesen zu sprechen. In der Damaraland-Region leben die sogenannten „desert adapted elephants“. Sanfte Riesen, die sich perfekt auf die karge Umgebung und das begrenzte Nahrungsangebot angepasst haben.
Wenn diese Tiere auf der Suche nach Wasser sind, ist ihnen kein Gebirge zu steil oder zu felsig und spitz – sie marschieren wortwörtlich über Stock und Stein. Und so finden wir inmitten der Felsmalereien bei Twyfelfontain, zwischen all den Felsen und Abhängen, Spuren der Elefanten – nur wenige Tage alt.

Das Black Hole am Ende der Welt

Zwischen München und Frankfurt liegen knapp 400 km. Genau diese Distanz trennt auch Serra Cafema vom nächsten Örtchen. Wenn man sich das vor Augen führt, weiß man, dass man wohl in einem der abgeschiedensten Camps der Welt angekommen ist.

Direkt am Grenzfluss Kunene gelegen, blicke ich vom Serra Cafema Camp auf die Gebirge in Angola, die nur durch einige Meter Wasser getrennt vor mir liegen. Umgeben von Bergen und Sanddünen fühle ich mich dort ohne Netz und WLAN im sogenannten „Black Hole“ sehr wohl.



Eine Quadfahrt durch das Dünenmeer am gefühlten Ende der Welt bringt mich zu einem Moment der vollkommenen Zufriedenheit, ohne Sorgen und voller Glücksgefühle!
Und spätestens nach meinem Besuch im Dorf der Himba hat mich das Land Namibia mit seiner vollen Schönheit in seinen Bann gezogen und mir fällt dazu nur ein: Okuhepa und Karae Nawa*!

*Auf Himba bedeutet „Okuhepa“ Dankeschön und „Karae Nawa“ so viel wie Stay Well.