Myanmar – Wo die Natur ihre Schönheit großzügig mit uns Menschen teilt

In der burmesischen Grenzstadt Kawthaung wartet das Boot des Awei Pila Resorts auf mich, mit Erfrischungen und Früchten, um die zweistündige Fahrt auf die Insel so angenehm wie möglich zu gestalten.
Unterwegs sind Holzboote und Fischkutter zu sehen, Inseln ziehen vorbei, mal blendend weiße Sandstrände, mal schroffe Felsen, und immer wieder grün zwischen Ozean und himmelblau, bis ich mich in einer traumhaften Bucht wiederfinde.

Das glasklare Wasser schimmert in den schönsten türkisfarben vor weißem Sand, vom Boot aus sieht man zunächst nur das Restaurant mit Pool, die Jurten lassen sich erst beim Näherkommen zwischen den Bäumen ausmachen. Eine solch kleine gemütliche Rundhütte beziehe ich und überblicke von meiner Terrasse aus die Bucht.

In den kommenden Tagen werde ich alles an Aktivitäten ausprobieren, was mein straffer Zeitplan zulässt – beginnend mit einem Schnorchelgang direkt vom Strand aus. Im Watersports Center, geführt von Marine Biologist Marcelo, werde ich mit Tipps und neuestem Equipment ausgestattet und tauche ab. Denn nur wenige Meter vom Strand entfernt beginnt dort ein kleines Riff, an dem sich viele exotische Fische tummeln. Währenddessen nutzen andere Gäste die Zeit, um die Bucht auf Paddle Boards zu durchqueren.

Zu Besuch bei den Seenomaden

Am nächsten Morgen geht es früh hinaus, mit dem Motorboot zu einem Tauch- und Schnorchelspot etwa 10 Minuten entfernt. Noch mehr Fische zwischen bizarren Felsformationen, dann steige ich um ins Kajak – das Picknick, das an einem weiteren traumhaften Strand auf mich wartet, will verdient werden.

Am Nachmittag durchqueren wir auf einer Trekking Tour den Wald zur anderen Seite der Insel. Dort haben sich Angehörige der Moken niedergelassen, die als Seenomaden in der Region lebten. Einige haben nun Arbeit im Resort gefunden, werden von dort mit Strom und Baumaterialien versorgt.

Kleine Insel – große Verantwortung

Zum Dinner leistet mir Hotelmanager Steffen Gesellschaft und er lässt sich das herrlich frische Seafood heute ganz besonders schmecken, während ich ein herrliches Gemüsecurry genieße. Ausgebildet in der Schweiz und mit langjähriger Erfahrung rund um den Globus hat Steffen hier einen ganz besonderen Ort gefunden, und das nicht nur, weil er nun zum ersten Mal auf einer kleinen abgeschiedenen Insel lebt.
Mehr noch als anderswo trägt man hier auch Verantwortung für das sensible Ökosystem zu Lande und zu Wasser und auch für die Menschen vor Ort. Und so wird man vom Hotelmanager zum Vermittler zwischen Welten.
Einerseits Bildung und Arbeitsplätze schaffen, für Müllentsorgung sensibilisieren, aber dennoch nicht allzu sehr in den Lebensbereich der Nachbarn eingreifen – ein Balanceakt.
Am nächsten Morgen heißt es auch schon wieder Abschiednehmen, und meine Reise geht weiter.

Totale Entspannung und Barfuß-Luxus

Eine knappe Stunde bin ich mit dem Boot unterwegs zum nächsten Inselresort, dem Wa Ale. Schon bei der herzlichen Begrüßung von Gastgeberin Alyssa wird klar, worum es hier geht: totale Entspannung in familiärer Atmosphäre und edlem „barefoot luxury“. Ich bin überwältigt!

Am weitläufigen Strand entlang geht es zu meinem „Zelt“. Dass es keine Klimaanlage gibt, fällt mir erst später auf, doch trotz Mittagshitze ist es in meinem vorübergehenden Zuhause angenehm kühl. Auf der Terrasse finde ich schnell meinen neuen Lieblingsplatz und genieße den Blick auf das Meer und den Strand.

Ein dschungelbewachsener Weg führt zum River Cafe: Der perfekte Ort, um den Sonnenuntergang zu genießen. In den Bäumen über dem Fluss haben sich schläfrig Pythons um die Äste geschlungen und am Ende der Bucht schließlich finde ich das Jungle Gym, wo ich eine private Yogastunde bekomme.

Alles wird hier passend gemacht

Im Wa Ale folgt man keinem festen Aktivitäten-Plan, denn alle Aktivitäten finden dann statt, wenn der Gast es wünscht. Alles wird hier ganz entspannt besprochen und passend gemacht. „Dinner is at seven“ bekomme ich allerdings noch mit auf den Weg.
Man trifft sich zu einem Drink vor dem Abendessen, Neuankömmlinge werden begrüßt und sogleich mit vielen Vorschlägen bedacht, wie man hier seine Zeit verbringen kann. Hier haben sich viel gereiste Menschen gefunden, die sich gegenseitig viel zu berichten haben, und so isst man gemeinsam und stößt auf dieses kleine Paradies an.

Wir haben gerade die Dessertlöffel beiseitegelegt, da heißt es, eine Schildkröte sei am Ende der Bucht gesichtet worden! Vom Camp-Biologen gibt es eine kurze Einweisung: geleuchtet werden darf nur mit einem besonderem Rotlicht, das die Tiere nicht verschreckt, außerdem ruhig sein und nicht reden, Abstand halten.

Schildkröten zu Besuch im Öko-Paradies

Der Strand des Wa Ale wird immer wieder von Meeresschildkröten zur Eiablage aufgesucht. Die Nester werden dann markiert und geschützt. Solange sie sich sicher fühlen, kehren die Schildkröten immer wieder an den gleichen Ort zurück, wo sie selbst geschlüpft sind. Heute Nacht hat sich einer der Meeresriesen über den breiten Strand geschoben, bis zu einer Böschung vor einem der Zelte.
Dort gräbt sie nun ihr Nest, und wir dürfen diesem Wunder einen Moment zusehen.
Wir befinden uns in einem Marine Nationalpark und die Betreiber des Resorts achten streng darauf, dass an der Strandseite keine Boote anlegen, vor Anker gehen oder fischen.

Das Wa Ale setzt ganz auf Nachhaltigkeit: Es gibt keine Plastikflaschen, das Wasser aus der Leitung stammt aus eigener Quelle und ist von bester Qualität. Es wird gibt keine eigene Wäscherei, damit keinerlei Rückstände ins Meer gelangen. Dafür gibt es eigene Sonnencreme und Mückenspray, biologisch abbaubar.
Die Zimmer bieten keine Minibar, keine Klimaanlage. All dies trägt zur Entspannung bei, zum Loslassen vom Alltag, und dazu, sich wirklich im Einklang mit der Natur wiederzufinden.

Im Morgengrauen wandere ich durch den Dschungel, die Vegetation hier ist fantastisch! Wir haben Glück und können oben in den Baumwipfeln verschiedene Affenarten und Giant Squirrels beobachten. Nach dem Frühstück erkunde ich dann die Natur unter Wasser. Wunderschöne Korallengärten beeindrucken keine fünf Minuten Bootsfahrt entfernt. Es gibt verschiedene Spots zum Tauchen und Schnorcheln rund um das Resort.

Wem das Meer am Strand vor den Zelten zu unruhig ist, kann in der geschützten Lagune bei Hochwasser ein Bad genießen, von dort aus mit Kajaks oder Stand Up Paddles starten, um die Küste zu erkunden.
„We are a family“ sagt Alyssa, und so ist es, schon nach dieser kurzen Zeit sind mir dieser Ort und diese Menschen so ans Herz gewachsen, dass der Abschied besonders schwerfällt. Etwas schwermütig lasse ich die Inselwelt an mir vorüberziehen auf dem Rückweg nach Kawthaung, gern wäre ich länger geblieben.