Wenn Fische tanzen üben

Zugegeben, einen Reisebericht über meinen kürzlichen Malediven-Ausflug zu verfassen war tatsächlich nicht ganz einfach und kostete mich auch ein gewisses Maß an Grübeleien. Warum?

Es ist so unglaublich, wenn unter dem Rumpf des Flugzeugs die ersten perlenhaften Inseln im irisierenden Blau des Ozeans auftauchen und man sich entscheiden muss: Welche soll es sein? In welchem Tropenparadies möchte ich die Zeit vergessen?

Mich für diesen Bericht auf eine Insel festzulegen, war schier unmöglich. Und so habe ich mich entschieden, Ihnen alle auf meiner Reise besuchten kurz vorzustellen.

Denn eines ist klar: Dort unten gleicht kein Inselchen dem anderen! Deshalb möchte ich Sie heute mit auf eine Reise zu den kleinen, feinen Unterschieden meines Inselreichs nehmen.

Baros, eine der ältesten und ersten Hotelinseln der Malediven, hätte mich nicht nasser und grauer empfangen können. Und auch die Idee, nach einem Langstreckenflug gleich wieder in Aktion zu treten und Schnorcheln zu gehen, war wenig verlockend.
Im Nachhinein bin ich nur froh, dass ich mich pünktlich mit den ersten wiederkehrenden Sonnenstrahlen zum Abtauchen in die Unterwasserwelt überreden ließ.
Nichts hätte mich innerhalb von Sekunden nachhaltiger verzaubern können!

Auszüge aus „findet Nemo“, eingehüllt in eine gewisse Glückseligkeit, begleitete mich toujours während dieses „Once in a Lifetime“-Erlebnisses. Das Wasser und seine wimmelnden, tanzenden, märchenhaften Fabelwesen sind der Zauberstab der 1001 Inseln und dominieren meine Eindrücke bis heute.
Deshalb trägt mein Bericht auch die Überschrift „Wenn Fische tanzen üben“.
Aber nicht nur deshalb!

Als „Beilage“ zu einem privaten Frühstück auf einem mitten im Wasser schwimmenden Pontonsteg servierte mir eine Delfinfamilie eine wahrhaft tänzerische Darbietung: Zu Espresso und Croissant schossen große und kleine Delfine immer wieder so dicht an mir vorbei, dass ich die Wasserakrobaten fast hätte berühren können.

Der Unterschied der Inseln liegt nicht über, sondern unter dem Meeresspiegel

Auf jeder einzelnen Insel, immer wieder anders, immer vor anderer Kulisse, begegnet man im glasklaren Wasser erstaunlichen Lebewesen. Was die Malediveninseln voneinander unterscheidet, ist das, was man erst unter Wasser entdeckt.

Im One&Only Reethi Rah im Nord-Male Atoll beispielsweise, muss man sich noch nicht einmal nass machen, um vor der Kulisse eines Bilderbuchsonnenuntergangs vom Steg aus kleine Riff-Haie zu beobachten.

Auch auf Vakkaru begleiteten mich die Meeresbewohner zuverlässig. Dort allerdings sorgte des Nachts eine mitternächtliche „Tanzveranstaltung“ mit lautem Plätschern und Springen unter meiner Overwater Villa dafür, dass dies definitiv die kürzeste Nacht der ganzen Reise wurde.
Aber wann hat man schon je Gelegenheit, ein mondbeschienenes Wasserballett der Zwerghaie und Fische zu beobachten?

Zugegeben: Als ich am nächsten Morgen mit der Meeresbiologin des Resorts direkt von meiner Wasservilla zum Schnorcheln aufbrach, war mir kurzzeitig schon etwas mulmig zumute, zumal mir die nächtliche Geräuschkulisse doch Respekt gegenüber diesen Meerestieren einbrachte.

Das einzige, was man „muss“ ist „dürfen“

Absolute Tiefenentspannung fand ich hingegen im The Nautilus Maldives. Keine Ecken und Kanten, keine Vorschriften, keine Zeit: Uhren werden abgelegt, ja, man wird sogar darum gebeten!
Hier lebt man nach Regeln wie „boundless“ oder „anytime anywhere“. Einfach sein und dürfen, nichts müssen – selten schafft es ein Resort-Team so charmant und schnell, Gäste in den Urlaubsmodus zu holen.

Einzige „zeitliche“ Ausnahme ist die tägliche Einladung des Inselteams zum Lighting-Up am Hauptpool. Ein bezaubernder Moment zur blauen Stunde, dem Cocktails und Champagner einen passenden Rahmen verleihen.

Sie vermissen schon jetzt ein Meerestier-Bewohner-Erlebnis in meinem Bericht? Keine Sorge, auf Milaidhoo ging es nämlich tierisch weiter: diesmal beim Hochsee-Fischen. Und nein, ich beherrsche diese Kunst überhaupt nicht und zugegebenermaßen hatte ich dabei reichlich Unterstützung.
So konnte ich dann abends stolz zum Dinner meinen „selbst“ gefangenen Fisch genießen.

Ein sechster Sinn für Leichtigkeit

Meine Reise führte mich weiter per Inlandsflug in Richtung Laamu Atoll, weit in den Süden der Malediven. Als mir das Six Senses-Team auf der Bootsfahrt vom Flughafen ins Resort einen bedruckten Stoffbeutel überreichte und mich bat, darin meine Schuhe aufzubewahren, war ich erst einmal verdutzt.
Aber spätestens das herrliche Gefühl, barfuß in die Lobby zu treten und auch sonst die Tage völlig unbeschuht zu verbringen, gab ihnen Recht: Es ist ein Befreiungsschlag für den mentalen Kippschalter, der ganz schnell auf „Laamu Modus“ wechselt.

Zu dieser Laamu-Leichtigkeit gehört im Six Senses Laamu auch der strenge Fokus auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und gesundem Essen.
Zwar gewinnt das Six Senses Laamu sicher keinen Design- oder Einrichtungspreis, aber spätestens bei der nächsten Begegnung mit den Meeresbewohnern ist sowas völlig nebensächlich!
Der Anblick der sanft und selbstsicher gleitenden Stingrays, die ich von meiner Wasservilla beobachten kann, ist majestätisch.

Sogar auf meiner letzten Abschieds-Bootstour begleiteten mich Delfine, die unser Boot regelrecht beschützten und mir scheinbar mit den Flossen zuwinkten. Ein Highlight, das mich mit einem lachenden, aber auch einem sehr weinenden Auge meine Koffer packen ließ.