Reisebericht Hawaii Dezember 2017

Im Dezember begab ich mich auf Spurensuche im Sand und besuchte im Eilverfahren Oahu, Maui, Kauai und Island of Hawai´i, das bis vor Kurzem noch Big Island hieß.

Ins Reisegepäck packe ich vielerlei:

• den Wunsch nach Sonnenschein
• die Erwartung an faszinierende Landschaften und eindrückliche Naturerlebnisse
• Spuren im Sand, wenn ich die Sandalen zur Seite werfe
• brachiale Wellen, bestückt mit einer Vielzahl an Surfern
• eine gewaltige Portion Neugier auf die Menschen, die eine große Lust nach Leben fernab von Stress, Hektik und Börsennotierungen vermitteln
Am späten Abend erreiche ich, nach Umsteigen in San Francisco, die Insel Oahu. Nach der Ankunft empfängt mich das Unerwartete!
Neben dem obligatorischen Blumenkranz am Flughafen und dem universell einsetzbarem „Aloha“ nämlich auch leichter Regen. Immerhin, warmer Regen. Schon sehe ich meine Felle davonschwimmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wie sich fix herausstellte, war der Regen aber nur ein momentaner Lapsus des Wettergottes, der das schnell korrigierte. Und so wurde ich, wie man sich das vorstellt, am nächsten Morgen mit Sonnenschein geweckt.

Hier ticken die Uhren nach „hawaiian time“

Zuhauf gewarnt vor dem Jetlag (immerhin 11 Stunden Zeitunterschied!) wachte ich verdächtig normal gegen 7:30 Uhr auf. Das sollte sich auch die nächsten Tage nicht ändern. Zugegeben, anstatt die Nächte durchzutanzen, passte ich mich dem lokalen, gemächlichen Tempo an und ging früh ins Bett.

„Hawaiian time“ ist das Stichwort; alles nicht so genau nehmen. Meine ersten Tage verbrachte ich auf Oahu und ließ mich von der faszinierenden Landschaft der North Shore verzaubern. Hier begegnete ich dann auch gleich der für Hawaii typischsten Sportart: Surfen.
Alleine das Zusehen, wie Alt und Jung auf ihren Brettern auf den Wellen entlangtanzten, ließ mein Adrenalin hochschnellen. Zum Greifen war die Glückseligkeit, wenn sie nach einem perfekten Ritt mit ihrem Brett aus dem Wasser an den Strand zurückkamen. Manches ist nicht in Worte zu fassen
Ich hingegen wagte lieber einen Helikopterflug über die Nordküste mit dem Clou, dass der Heli keine Türen hatte! Nichts für schwache Nerven, aber spektakulär (nicht für die Frisur, aber das ist ein anderes Thema): fast schon karibisch anmutendes Wasser, gepaart mit grünen Vulkangipfeln und Wasserfällen der Nordküste.
An dieser Stelle ringe ich bereits zum ersten Mal nach Worten, das Ganze treffend niederzuschreiben.
Nach einem kurzen Abstecher zum berühmten Waikiki Beach, an dem das Leben tobt, und der Shoppingmeile von Honolulu ging es für mich zu einem kurzen Vortrag eines jungen Einheimischen über die traditionelle Kunst des Navigierens. Ohne jegliche Hilfsmittel, geleitet von Sonne, Mond, Sternen und dem Wellenschlag – ich konnte vor Staunen nur den Kopf schütteln.

Das Tüpfelchen auf dem i war mein Aufenthalt im Four Seasons Resort at Ko Olina. Als eines der neuesten Hotels Hawaiis waren meine Erwartungen besonders hoch und wurden schlicht übertroffen.
Davon muss ich Ihnen unbedingt persönlich erzählen!

Maui – der Klassiker mit „allem Drum und Dran“

Bald schon ging es weiter nach Maui. Und wie ich schnell feststelle: Inland fliegen ist ein Kinderspiel. Knapp eine Stunde vorher am Flughafen und kaum gestartet schon wieder am Ziel gelandet und das Gepäck kommt auch schon auf dem Band – und weiter kann es gehen.
Das ist einfach und angenehm, fast wie Bus fahren!

Maui ist wohl das klassische Hawaii-Ziel. Entscheidet man sich tatsächlich dafür, nur eine Insel zu besuchen, wird die Wahl wohl in der Regel Maui auf Maui fallen.
Warum? Dort findet man die umfangreichste Mischung an Möglichkeiten, von Shopping, über tolle Strandhotels und Golfplätze bis natürlich zur fantastischen Natur.
Ich startete mit einem Rundflug über die „Road to Hana“, die ich aufgrund meines engen Terminkalenders nicht selber fahren konnte. Unser Helikopter landete mitten im Dschungel, wo ich mir dann höchstpersönlich ein Bild von der prächtigen, sattgrünen Fauna machen konnte.

Bevor ich abends einen traditionellen Luau-Abend besuchte, ging ich noch schnell, mit zittrigen Knien, erstmalig zum Ziplining. Ein Riesenspaß! Das anschließende Luau, zweifelsfrei eine eher touristische Veranstaltung, entpuppte sich als ausgesprochen liebenswertes, von der einheimischen Gastgeberin persönlich präsentiertes Event.
Dabei wird die Geschichte Hawaiis, untrennbar mit König Kamehameha verbunden, in Verbindung mit Tanzdarbietungen vorgetragen.

Meine Zeit war leider kurz und schon ging es für mich weiter. Ein nettes Erlebnis am Flughafen von Maui: Ein älterer Herr neben mir trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck: „I just got mauied“. Maui als Gefühl, ein stimmiger Gedanke zum Abschluss.

Im Garten Eden – die Mutter aller Inseln Kauai

Und weiter ging es auf die „Garteninsel“ Kaui, die älteste und ursprünglichste Insel Hawaiis. Mit nur 65.000 Einwohnern eher beschaulich und geprägt von Natur. Aber was für einer!
Hier staunte ich über den Waimea Caynon, den „Grand Canyon des Pazifiks“, ein Naturwunder mit prächtiger Vegetation, zerklüfteten Felsspalten, Wasserfällen und tiefen Schluchten.

Mein Begleiter und Guide auf der Insel, Woogie, zeigte mir seine ganz persönlichen Lieblingsorte. So saßen wir am Hanalei Pier an der vielfach fotografierten Na´apali Coast im Norden der Insel und schauten eine Zeitlang einfach nur aufs Wasser und die sanftgrünen Erhebungen dahinter.
In solchen Momenten kann man dann getrost auch mal nichts sagen. Und nur genießen.

Kauai ist weniger touristisch frequentiert und die Restaurants mögen vielleicht nicht so zahlreich und hochwertig sein (obwohl sogar der eine oder Michelin-Koch aus Kalifornien hier seine Winter verbringt und dann für kleines Geld im Foodtruck kocht), die Hauptstadt ist wahrlich keine Metropole und die Hotelauswahl übersichtlich.

Doch: Macht das etwas aus? Absolut ganz und ganz gar nicht!
Die Einheimischen sind offen und herzlich, alle lieben ihre gartenhafte Insel und die Möglichkeiten, die die Natur einem hier wahrlich auf dem Silbertablett präsentiert. Da packte es sogar mich als eher Bewegungsfaule und ich streifte auf Wanderwegen durch die sattgrüne Landschaft. Das macht so viel Hunger auf mehr!

Island of Hawaii – wo Lava brodelt und Oasen blühen

Mein Inselstreifzug führte mich weiter nach Kona auf der Hauptinsel Hawai'i. Gleich zu Anfang noch beim Transfer vom Flughafen erfuhr ich von meinem Fahrer, welch unterschiedlichen Formen von Lavagestein der gerade wieder aktive Vulkan Kileaua hier verstreute.

Ich saß im Auto, blickte hinaus und gebe zu, im ersten Moment wirkte Hawai’i Island wie eine Mondlandschaft, karg und ungastlich. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine faszinierende Schönheit. Mein Hotel Four Seasons Hualalai erschien mir da wie eine Oase, alles war grün, die Palmen wogten im Wind und der Strand gleißte fast schon zuckerweiß in der Sonne.
Eine beeindruckende Anlage mit eigenem Golfplatz, mehreren Pools und sogar einem Fischteich.
Leider war ich aber nicht zum Sonnenbaden dort.
Mein Weg führte mich weiter über die Rainbow Falls zum Volcanoes Nationalpark Richtung Hilo, der kleinen lebhaften Küstenstadt an der regenreichen Ostküste.
Per Helikopterflug (auch hier die Variante ohne Türen) gewann ich einen ersten Eindruck. Der Flug über den aktiven Vulkan Kileaua mit seiner flüssigen Lava war unfassbar beeindruckend und ich umklammerte meine Kamera extra fest – was wäre, wenn die da jetzt reinfiele?

Der Heli setzte mich aber sicher und sanft nahe einer Kaffeeplantage ab und weiter ging der Weg in den Park. Mein Guide zeigte mir wunderbare Aussichtspunkte, ein „blowhole“, das heißen Wasserdampf aus dem Boden spuckte und mir fix die Brillengläser beschlagen ließ.

Weiter ging es auf einem Wanderweg durch einen Lavatunnel und als Highlight zum Schluss ins Jaggar-Museum, von wo aus man im Dunklen die glühend rote Magma wie eine übergroße Fackel im Krater lodern sieht.
Eine Auffahrt auf den Gipfel Mauna Kea, den höchsten Vulkan der Welt, verpasste ich leider. Aber man braucht ja noch Ziele und Pläne – für meinen nächsten Besuch.

Was habe ich von meiner Reise mitgebracht?

Die Kenntnis, dass man Hawaii auf gar keinen Fall auf eine Insel reduzieren darf bzw. sollte. Jede Insel hat einen eigenen Charakter mit unterschiedlicher Fauna und Flora.
Inlandsflüge sind fast ein wenig so, wie bei uns Taxi fahren. Hawaii ist ein Lebensgefühl, ein Spirit. Für mich war das ein Stück komplett neues, spannendes Amerika, das sich oft gar nicht wie Amerika angefühlt hat.

Und noch ein hilfreicher Hinweis: Es gibt sehr wohl Bier auf Hawaii, selbstgebraut und ausgesprochen lecker!