Gawler Ranges – Australische Safari mit der Familie

„Wo ist das denn?“ Das war der erste Kommentar meiner Familie, als ich unsere Reiseplanung für Australien vorstellte: „Wie weit ist das von Sydney weg? Kann man da Baden? Was kann man da erleben?“

Die Gawler Ranges befinden sich in Südaustralien, im Norden der entlegenen Eyre Halbinsel, ca. 350 km vom internationalen Flughafen Adelaide entfernt, zugänglich nur auf ungeteerten Straßen. Ein Landstrich, der in den gängigen Touristenführern und Katalogen meist wenig bis keine Beachtung findet. Und darin liegt der ganz besondere Charme! Ein unberührtes Stück Australien ganz für sich allein erleben zu können, das ist Individualität!

In wenigen Tagen alles erleben, was Australien ausmacht

Und jeder, der „meine Jungs“ jetzt nach den Gawler Ranges fragt, blickt in strahlende Augen! In nur wenigen Tagen haben wir während der Gawler Ranges Safari alles erlebt, was Australien so einzigartig macht: die Tierwelt, die Weite des Outbacks, den Ozean und eine warme, herzliche Gastfreundschaft.

Die Tiere sind der Hauptgrund, warum sich die Anreise lohnt! Gleich drei Känguru-Arten leben dort: die kleineren Wallaroos (oder auch Euros genannt), graue Riesenkängurus und rote Riesenkängurus. Daneben leben in den Gawler Ranges Echidnas, Wombats, verschiedene Reptilien und hunderte Vogelarten wie Emus, Adler, Rosakakadus und Sittiche.
Das ganze Tiertheater findet in den Gawler Ranges auf einer Bühne statt, deren Schönheit das Speichervolumen jeder Hochleistungskamera sprengt!

Unser Abenteuer Outback beginnt am Morgen in der Hafenstadt Port Lincoln, wo uns unser Gastgeber und Guide Geoff Scholz im Geländewagen abholt.

Schwimmen mit Seehunden

Dann treffen wir Alan Payne, der in einem kleinen Küstendorf am Rande des Nirgendwo lebt – und als „Mitglied“ einer Seelöwenkolonie.
Als Alan 1992 angeln war, schwamm ein junger Seelöwe zu seinem Boot und beäugte genau, was Alan da so trieb. Alan zog die Angel ein und beobachtete seinerseits den Seelöwen, was das Tier noch neugieriger machte. Irgendwann gab Alan seiner Neugier nach und sprang ins Wasser, um den Seelöwen in seinem Element zu beobachten. Irgendwie entwickelte sich daraus eine Freundschaft zwischen Alan und der Seelöwenkolonie.

Wir werden Zeuge davon, als Alan uns in seinem Boot mitnimmt und auch wir über 2 Stunden mit den Tieren im Wasser sind. Die Seelöwen spielen wie junge Hunde um uns herum, neugierig schwimmen sie immer wieder auf einen zu, um dann im letzten Moment abzudrehen.
Alan und Geoff sind schon viele Jahre befreundet und Alans Bootstour ist fester Prorammpunkt auf Geoffs Tour.

Kangaluna Camp – clever durchdacht, authentisch & nachhaltig

Nach ca. 2 Stunden Fahrt erreichen wir die Mallee Woodlands in den Gawler Ranges und unser Zuhause für die nächsten Tage: das Kangaluna Camp, geführt von Geoff und seiner Frau Irene. Es ist ein einmaliges Produkt in Australien, was die beiden hier geschaffen haben.
Nur 3 Zelte und ein „Swagon“ stehen einzeln verteilt im Busch. Alle ausgestattet mit Dusche und Toilette, extrem komfortablen Betten und gerüstet für jedes Wetter. Nichts ist „sleek“ oder „posh“ – sondern clever durchdacht, authentisch, nachhaltig und sehr gemütlich. Geoff hat alles in Handarbeit unter Verwendung vieler Recycling-Materialien selbst gefertigt, ohne die Vegetation zu zerstören.
Die einzige Wasserquelle des Camps ist das aufbereitete Regenwasser, das von den Dächern der Zelte gesammelt wird und die Zelte werden nur durch natürlichen Luftstrom gekühlt.

Mondkrater und Saturn-Ringe zählen

Hier hüpfen Kängurus durch das Camp, begleitet von Emus und Kakadus und eine beruhigende Stille breitet sich aus. Wir alle genießen einfach nur: Die Ruhe, die klare Luft, die Nähe der Tiere. Wir sind hier eindeutig die Gäste und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus.
Vor allem, als Geoff abends am Lagerfeuer eine besondere Überraschung präsentiert: ein Computer Teleskop. So können wir zum Einschlafen statt Schafe, Mondkrater und Saturn-Ringe zählen. Müde und glücklich kuscheln wir uns in die gemütlichen Betten unseres Zeltes.

Am nächsten Tag geht es auf einsamen Sandpisten über riesige Farmen in den Nationalpark. Wir stoppen an der benachbarten Mt. Ive Station auf einen Plausch und um mit dem kleinen Känguru zu spielen, das hier gerade aufgezogen wird.

Dann besuchen wir den 160 km langen Lake Gairdner, einen Salzsee, dessen blendendes Weiß so vollkommen ist, dass man die Orientierung verliert. Sonne und Wolken zaubern ein glühendes Zauberland. Eine brettebene, abends lachsrosa und veilchenblau schimmernde Unendlichkeit, auf der sich die Schatten von Keilschwanzadlern wie Geister bewegen.

Am letzten Tag geht es wieder zurück nach Port Lincoln. Doch bevor wir uns verabschieden, erwartet uns noch ein besonderes Highlight: Auf der Mikkara Station lebt eine Kolonie wilder Koalas auf so niedrigen Bäumen, das man mit den Tieren auf Augenhöhe ist!

Einer der besten Guides, die es in Australien gibt

Für mich ist ein Besuch in den Gawler Ranges immer ein wenig wie „nach Hause kommen“. Das liegt zum einen daran, dass man sich hier wirklich mit Australien verbunden fühlt. Und zum anderen, weil ich die beiden Besitzer des Camps, Geoff und Irene, schon seit vielen Jahren kenne und sehr schätze.
Geoff ist ohne Frage einer der besten Guides, die es in Australien gibt!

Am besten besucht man die Gawler Ranges zwischen September und November oder Februar und Ende Mai.
Mein Tipp wäre der Besuch im australischen Frühling (September/Oktober), wenn im Outback die Wildblumenblüte alles in bunte Farben taucht.

Und ein wichtiger Tipp: buchen Sie lange im Voraus!

© South Australian Tourism Commission: Gawler Ranges Safaris; privat