Eine Oper für das Volk

Royal Opera House Muscat

Auch, wenn alle Welt und die Medien vom Opernhaus in Muscat sprechen – treffend ist das nicht unbedingt. Wer in dem mächtigen, 25.000 m² großen Prunkbau in Muscat nur einen gigantischen Musikpalast sieht, täuscht sich nämlich gewaltig. Das Royal Opera House Muscat, kurz ROHM, ist mehr.

Es ist ein Ort, der in Zukunft die Welt und insbesondere den arabischen Raum bereichern soll. Menschen verschiedener Religionen und Gesinnung sollen hier einer gemeinsamen Leidenschaft frönen: der Liebe zur Kunst, Musik und Kultur. Und ein bisschen ist die erste und einzige Oper der Arabischen Halbinsel auch das Denkmal seiner Majestät Sultan Qaboos Bin Saeed.

The Power of Love
Er selbst ist großer Klassik-Fan und Hobby-Komponist und gerade, weil die typisch arabische Musik keine Opern kennt, wollte er diese Lücke schließen. Wobei es dabei nicht nur um ihn und seine musischen Vorlieben geht. „Die Kunst ist ein starkes, gemeinsames Erbe der Menschheit mit großer Breitenwirkung“, sagt seine Majestät. Es ist deshalb sicher kein Zufall, dass bei der Eröffnung im Herbst 2011 ausgerechnet die Arie „The Power of Love“ aus Puccini’s Oper Turandot aufgeführt wurde. Im Royal Opera House Muscat geht es um mehr als Kunstgenuss. Es geht um Völkerverständigung und Toleranz, um intellektuellen Austausch, um Bildung aller Schichten aber auch darum, wie sich ein Land neu erfindet.
Das ROHM ist der Spiegel Omans, der bis vor 40 Jahren noch als eines der unterentwickeltsten Länder der Welt galt und der heute versucht, mit der Moderne Schritt zu halten. Aber ohne – und das ist vielleicht das Außergewöhnliche – seine Traditionen und Wurzeln zu verleugnen.

Nur die Besten der Besten treten hier auf
Mit einer Gesamtfläche von 80 Hektar, acht Stuckwerken, einer gigantischen Shopping-Mall mit exklusiven Boutiquen und Restaurants, einem Kulturzentrum und kostbar-verschwenderischem Interieur im arabischen Stil vereint das ROHM Tradition und Moderne wie kaum ein anderes Gebäude im Oman. Der Sultan hat an nichts gespart, das Meiste ist reine Handarbeit, Monitore in den Rückenlehnen zeigen die Untertitel auf Arabisch und Englisch an und 1.100 Besucher können dem Spektakel auf der 32 Meter hohen Bühne folgen. Opern, Ballett, Konzerte, Musicals – nur die Besten der Besten treten hier auf.
Wenn man Sultan Qaboos Bin Saeed in seiner Königsloge sitzen sieht, völlig in der Musik versunken, die Augen halb geschlossen, um gleich darauf in den frenetischen Applaus von über 2.000 Händen mit einzustimmen, ist eines sicher: Zumindest sein persönlicher Traum ist wahr geworden. Was die Zukunft noch bringt, bleibt abzuwarten. Doch alle Zeichen stehen bisher auf Erfolg.