Black Power

Ein Schwergewichtsboxer, der sich unter Pseudonym im Untergrund mal als Gärtner mal als Chauffeur ausgab. Das vielleicht erste Opfer lückenloser CIA-Überwachung, dessen Verteidigungsrede gegen eine drohende Todesstrafe gute vier Stunden dauerte. Ein Gefangener im südafrikanischen Pendant zur berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz, der dort für wärmere Kleidung kämpfte, ungebrochen von der Regierung und nach fast zwei Jahrzehnten die Bedingungen für seine Freilassung erst nicht akzeptierte. Ein menschgewordener Dorn im Fleisch der Apartheits-Verfechter, der der Haftanstalt Robben Island den Namen „Mandela University“ einbrachte. Einer der ganz Großen der afrikanischen Freiheitsbewegung. Rolihlahla, „Unruhestifter“ in der Sprache seines Volkes, der Xhosa. Nelson Mandela für den Rest derWelt.

Mandela & Mitstreiter an der Waterfront KapstadtsAlles oder nichts

Um im Südafrika des Jahres 1962 vor Gericht, mit einem Todesurteil im Nacken, für die Rechte der schwarzen Afrikaner zu plädieren, gehörten Mut und wohl ein gewisser Fatalismus dazu. Doch als friedliche Proteste gegen die Rassentrennung und ungleiche Behandlung mit Gewalt niedergeschlagen wurden, konnte der Jurist Mandela wohl nicht anders. Alles oder nichts, eine gleichgestellte Gesellschaft oder der mutige Satz in seinem legendären Plädoyer, dafür auch zu sterben. Das war Nelson Rolihlahla Mandela!

Gefängnis auf Robben IslandDass der weiße Richter den „Verräter“ Mandela nicht zu Tode, sondern nur zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte, ist bezeichnend. Ein scheinheilig gewährtes „Gnade vor Recht“, das Nelson Mandela nicht die Genugtuung eines Märtyrertodes gewähren sollte und den Richter als Gutmenschen darstellte. Die Antwort: Eine emporgereckte Faust der Black Power- Bewegung, fünf geballte Finger, die die Macht eines Volkes als Ganzes zeigt, die für Generationen zum Symbol für den Kampf der Gleichberechtigung wurde. Ein Symbol, das jeder verstand und das während NelsonMandelas Inhaftierung von seiner Frau Winnie in die Welt des Unrechtsregimes hinausgetragen wurde

Mit der geballten Faust zum Wahlrecht

Selbst als Häftling mitten im Atlantik vor Kapstadts Küste, später als Inhaftierter im Pollsmoor- und Victor-Vester- Gefängnis, ging vonMandela eine unsichtbare Kraft aus, die so stark war, dass viele Widerstandskämpfer radikaler wurden, als Mandela selbst. Er, der immer Versöhnung ohne Bitterkeit und friedlichen Protest im Stile Ghandis propagierte, sprach nach seiner Freilassung den weisen Satz zu all jenen, die ohne Rücksicht auf Verluste ihre Ziele durchsetzen wollten. Nicht auch, sondern ausschließlich mit Gewalt: „Wenn ich ihnen vergeben kann, könnt Ihr es auch.“

Hector Peterson Gepängnis JohannesburgAus der Black Power-Faust formte sich die Hand eines gleichberechtigten schwarzenWählers, der erstmals seine Stimme abgeben durfte. Aus dem „Terroristen“ Mandela wurde 1994 der Präsident der Republik Südafrika. Betrachtet man Nelson Mandelas langen Weg zur Freiheit und einem neuen Südafrika heute, so mag es kaum mehr vorstellbar sein, welch unfassbaren Kraftakt er vollbrachte.

Nelson Mandelas Wohnhaus in JohannesburgMandela prägt Südafrika bis heute

Unterwegs in Johannesburg, Kapstadt, Paarl, in Sektion B, Zelle Nummer 5 auf Robben Island und schließlich im Pollsmoor-Gefägnis begegnet man „Madiba“ an vielen Stellen. Nelson Mandela hinterließ Südafrika nicht nur seinen Fußabdruck auf dem Weg zur Gleichberechtigung, sondern auch Orte der Begegnung, Stätten der Erinnerung und so manch karge Gefängniszelle, die nachdenklich macht.Wer auf den SpurenMandelas durch Südafrika reist, sieht vieles anders: die Geschichte, die Vergangenheit, aber auch die Gegenwart.

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Besuchen Sie auf einer exklusiv zusammengestellten Südafrika- Rundreise wichtige Stationen aus Mandelas Leben und sprechen Sie mit Zeitzeugen, die „Madiba“ bis zum Tag seiner Entlassung und dem Walk of Freedom am 11. Februar 1990 gekannt und begleitet haben.