Molekularküche

„Es ist absurd, dass wir über die Temperatur der Sonne mehr wissen als über jene im Inneren eines Soufflés.“ Mit diesem Satz begann eine Revolution der Kochkunst. Zunächst standen biochemische und physikalisch-chemische Zusammenhänge im Vordergrund der Molekularküche. Wie verändern sich unsere Lebensmittel, wenn man ihre Aggregatzustände verändert? Auf diesen naturwissenschaftlichen Ansatz folgte jedoch eine neuartige Haute Cuisine, die ein wenig wie moderne Alchimie anmutet. Die Molekularküche kocht mit Stickstoff, rohes Gemüse wird mit Hightech aus der Medizintechnik bearbeitet und Salzstreuer mit duftendem Kunstnebel befüllt. In Stickstoff gefrorenes Fruchtgelee, Latte Macchiato vom Bärlauch... – neue, überraschende Aromen, Farben und Konsistenzen schaffen im Zuge der Molekularküche völlig neue Geschmackserlebnisse. Der Spanier Ferran Adrià ist mit seinem Restaurant „El Bulli“ der führende Vertreter dieser Kunst. Noch bis 2012 arbeiten jeden Abend 45 Köche für 50 Gäste und bieten nie da gewesene Speisenfolgen, die per Kochtopf und Laptop in monatelanger Recherche eigens für diese eine Saison erschaffen wurden.