Petri Heil am Ayers Rock

Grundsätzlich bin ich neugierig, experimentierfreudig und offen für Neues. Eigenschaften, die sich hinsichtlich Entdekkungen in Australien als äußerst vorteilhaft erweisen. Wie ich feststellte vor allem auch in kulinarischer Hinsicht. Zumal in Down Under lukullische Genüsse und Naturabenteuer vollkommen untrennbar verwoben sind. Das wurde mir spätestens während eines Ausflugs als Gast im Longitude 131° am Ayers Rock bewusst. „Barbecue mit den Aborigines“ klang verlokkend…
Angeln bei Seegang Anstoßen auf den FangDass ich im glutroten Licht des Sonnenuntergangs dann allerdings die erste Grill-Made meines Lebens verspeiste (schmeckt nach Rührei mit Nussaroma) und das Dessert in Form von Honigameisen serviert wurde, forderte all meine Experimentierfreudigkeit heraus. Doch die lohnte sich – wer kann schon behaupten, am legendären Uluru mit Aborigines ein „Bush Tucker“ gegessen zu haben? Vielleicht hätte mich dieses Erlebnis beim Buchen des „beach fishing“ auf Kangaroo Island ein paar Tage später hellhörig werden lassen müssen. Mit Angelroute, Köder und Optimismus forderte ich mein Anglerglück heraus. Dass relativ bald ein fetter „Tommy“, ein Australischer Hering, den Köder schluckte, hat mich schon verblüfft.

Dass es auf Kangaroo Island aber nicht beim bloßen Fang blieb, sondern ich Tommy zu Tim (dem Küchenchef der luxuriösen Southern Ocean Lodge) trug und der daraus einen köstlichen Starter für das Dinner zauberte, ist typisch Australien: Aus ganz frischen, unverfälschten und regionalen Produkten – regional heißt dort tatsächlich „vor der Haustür“ – mit wenig Schnickschnack etwas Besonderes machen. So wie es bereits seit Urzeiten die Aborigines mit den etwas gewöhnungsbedürftigen Gaben des australischen Buschs handhaben.