Explosion der Lebensfreude am Tegernsee

Als mich Korbinian Kohler, der Inhaber des legendären Bachmair Weissach in Tegernsee fragte, ob ich beim Re-Opening am Pfingstwochenende mit von der Partie sein möchte, war ich hin- und hergerissen.
Da war diese unbändige Freude, endlich wieder mein Wochenendgepäck auf die Rückbank meines Fiat Cinquecento zu legen und loszufahren Richtung Berge an meinen geliebten Tegernsee – und es gab dieses „Andererseits-Gefühl“.
Wie soll mit Maskenpflicht Urlaubsgefühl aufkommen? Wie wird die Stimmung sein? Kommt überhaupt eine auf?

Weil ich mir sicher bin, genau diese Fragen beschäftigen die meisten von uns, habe ich am Wochenende Antworten gesucht.

Das erste Mal, als mein Herz mir übergeht vor purem Glück, ist der Anblick der Alpenkette kurz hinter München: saftig grüne Wiesen mit Kühen, Kirchen mit Zwiebeltürmen, dahinter die Alpenkette in gleißendem Sonnenschein und dann – mein Tegernsee in seiner vollen Pracht! Urlaubsglück und Freiheit pur!
Wenig später checke ich im Bachmair Weissach ein und wer auch immer sagt, man könnte mit Maske und ohne Handschlag nicht herzlich begrüßt werden, wird dort eines Besseren belehrt! Sofort bin ich wieder ein Teil dieser eingeschworenen Liebhabergemeinde und ein lachendes Paar Augen sagt für mich sowieso mehr als ein sichtbares aber aufgesetztes Lächeln.

Diese lachenden, vergnügten Augen begegnen mir auf Schritt und Tritt und tragen mich durch den gesamten Aufenthalt. Und im Grunde ist auch die Maskenpflicht so viel unkomplizierter als man denkt.
Es gilt ja eigentlich nur eine ganz simple Regel: Sobald ich mich außerhalb meines Zimmers bewege, setze ich sie auf. Wann immer ich aber sitze, speise, liege, trinke, bin ich frei wie eh und je!
Und so lasse ich mich als Auftakt gleich zur nachmittäglichen Brotzeit nieder, die wie auch das Frühstück auf einer Etagere serviert wird – und was mir zugegebener Maßen eigentlich viel besser gefällt. Irgendwie scheinen alle Gäste um mich herum denselben Gedanken zu haben und zelebrieren die Brotzeit ein bisschen länger als sonst, genießen den Blick auf den unfassbar schönen Wallberg ein wenig länger, bleiben gerne für ein zweites „Tegernseer“ sitzen und atmen sichtlich auf: Endlich wieder ein Stück herrliche Normalität!

Am späten Nachmittag wechsle ich dann in eines der Daybeds am wild durch den Garten rauschenden Mühlbach, dem ich in Gedanken allen geistigen Ballast anvertraue und so nach und nach wirklich voll im Urlaubsmodus ankomme. Corona? War nie weiter weg als hier!

Sogar den obligatorischen Sundowner lässt man sich im Bachmair Weissach nicht nehmen, schon gar nicht von Maskenpflicht und Abstandsregeln. Alle Auflagen verschwinden hier wie selbstverständlich im Hotelalltag und integrieren sich so unscheinbar als wäre es nie anders gewesen.
Und ich genieße es sogar, mehr Platz als sonst um mich zu haben.
Zu lässigen Club Sounds und einem unverschämt kitschigen Sonnenuntergang über dem See lege ich die Beine hoch, gönne mir einen Drink und weiß jetzt mit absoluter Überzeugung: Maximale Lebensfreude in vollendeter Perfektion kann man trotz allem (oder gerade deswegen?) mehr denn je in diesem einmaligen Resort genießen!