Zwischen Machos und mana - Gesellschaft auf Fidschi

„Bist Du fett!“ Als Monika Oldenburg dieser Satz auf einer ihrer ersten größeren privaten Einladungen entgegen tönt, ist das für sie ein Schlag ins Gesicht. Und zeitgleich ein Beispiel dafür, wie fremd und anders die Fidschianische Gesellschaft ist. „Dass das eines der größten Komplimente ist, habe ich erste danach von meinem Mann erfahren“, erzählt die Deutsche, die seit 10 Jahren in Nadi lebt. Als Leiterin unserer Agentur vor Ort musste sie sich erst langsam in eine Kultur einfinden, in der so vieles so anders ist.

Strenge Regeln & viele Fettnäpfchen
Nach den typischen Rollenbildern der Fidschianischen Gesellschaft befragt, antwortet unsere Agenturchefin leichthin, dass alle Fidschianischen Männer Machos wären. Nach außen hin zumindest. Denn innerhalb der eigenen vier Wände dürfen Frauen, vor allem in den Städten, durchaus ihre Meinung beitragen. Trotzdem gelten uralte Regeln: Die Männer bekommen zuerst das Essen gereicht, Frauen dürfen mit verwandten Männern teilweise keinen Kontakt haben. Die Rollenverteilung zwischen Frauen, die Haushalt und Kinder versorgen und Männern, die den Lebensunterhalt verdienen, ist ungebrochen. Ebenso, wie die Hierarchie in der Dorfgemeinschaft. Jeder Ort hat einen „chief“, dessen Wort Gesetz ist.

Pünktlichkeit für Gäste
Das, was Reisende als äußerst entspannend und entstressend erleben, kann bisweilen gerade die deutsche Mentalität auf eine harte Probe stellen. Ein „Nein“ wird man auf Fidschi schon aus Höflichkeit nie hören. Ein „Vielleicht“ hingegen oft und das kann alles Mögliche bedeuten. Umgekehrt bedeutet das aber auch: Niemand auf Fidschi ist böse, wenn man Ewigkeiten zu spät kommt und alle warten geduldig auf den Nachzügler.
„Doch alles, was mit Gästen oder Touristen zu tun hat, klappt wie am Schnürchen“, berichtet Monika Oldenburg aus ihrer Agentur. Eine Mischung aus Respekt gegenüber Fremden, vor allem Weißen, und auch guter Ausbildung macht aus den dauerfröhlichen Insulanern herzliche und zuverlässige Gastgeber. Eine rundum liebenswerte und respektvolle Gesellschaft also, in der jeder gerne lauthals sagen darf: „Du bist fett!“ Und in der gerade unwissende aber bemühte Fremde an der Hand genommen werden, um diese völlig fremde Kultur zu verstehen.