Frau an Bord

Wenn es darum geht, die Guten besser und die Besten perfekt zu machen, ist Tina Kirfel eine echte Kapazität unter den Kreuzfahrtexperten. Sie traut sich, neue Wege zu betreten und weit in die Zukunft voraus zu denken.
Dass der Horizont also nicht das Ende sondern der Anfang ungeahnter Möglichkeiten ist, hat Tina Kirfel nicht erst auf Hoher See gelernt.
Tina Kirfel will Silversea ganz nach vorn bringenIm Gespräch erzählt sie von Sprachbarrieren im Zodiac, den weltbesten 5-Sterne-Plus Schiffen und einem Plan, Silversea Cruises und sogar art of travel noch ein Stück besser zu machen.


Für Ihren allersteren Arbeitgeber Phönix-Reisen in Bonn haben Sie das Bordfernsehen moderiert. Erinnern Sie sich?
Oh ja, das war damals ziemlich aufregend. AufWeltreise konnten wir keine heimischen Fernsehsender mehr empfangen, also haben wir uns die Texte per Telex an Bord übermitteln lassen und die Nachrichten dann selbst verlesen – live und wie Zuhause pünktlich um 20 Uhr aber in den entlegensten Winkeln der Erde.

Seit Mai 2014 arbeiten Sie in einer entscheidenden Schlüsselposition bei Silversea Cruises für Europa, den Mittleren Osten und Afrika.Was nehmen Sie als erstes in Angriff?
Es ist kein Geheimnis, dass Silversea als Marke auf den deutschsprachigen Märkten noch nicht so bekannt ist. Ein echtes Versäumnis für anspruchsvolle Gäste, die eine entspannte und europäisch-internationale Atmosphäre einem modernen, kosmopolitischen Umfeld zu schätzen wissen.
Deshalb möchte ich den Spirit von Silversea möglichst schnell auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt machen.

Exklusives Ambiente zeichnet Luxuskreuzfahrten ausSie sind seit 22 Jahren im Kreuzfahrtgeschäft. Wo liegen denn aus Ihrer Sicht die Unterschiede zwischen einem durchschnittlichen und einem hervorragenden Anbieter von Luxuskreuzfahrten?
Hochklassige Reisen kann man ja mittlerweile mit ein paar Klicks im Internet kaufen…. Jeder Mensch möchte in seinem Urlaub etwas Besonderes, etwas ganz individuell für ihn Kreiertes erleben. Solch ein Erlebnis für den Kunden auszuarbeiten und seine innerstenWünsche zu kennen, das ist die Kür.
Und das ist genau jene Art von Luxus, den die Kunden bei art of travel seit über 20 Jahren schätzen! Es ist ein bisschen so wie bei einem Star-Mediziner: Die perfekte Anamnese entspricht der individuellen Beratung, der perfekte Heilungsprozess spiegelt die perfekte Kreuzfahrt wider, was dann auf den perfekten Arzt oder, in unserem Fall, auf den perfekten Anbieter von Luxuskreuzfahrten zurückfällt. Und Reisen ist ja auch eine Form von Therapie: Solange der Gast glücklich ist, haben wir alles richtig gemacht…

Zu Ihrer Zeit bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten bewertete der Schiffstester Douglas Ward die EUROPA 12 Mal und die EUROPA 2 schon einmal zum weltbesten 5-Sterne-Plus Schiff. Wollen Sie das bei Silversea toppen?
Ich denke nicht, dass man das eins zu eins miteinander vergleichen kann. Silversea ist ein global agierendes und international ausgezeichnetes Unternehmen, das in eine ganz andere Kategorie gehört.

Dennoch kann ich hier auf einer beachtlichen Basis aufbauen: Die us-amerikanischen und britischen Leser des Condé Nast Travellers und des chinesischen Travel+Leisure Magazins haben Silversea zur „Best Small Ship Cruise Line“ gewählt.
Für das australische Magazin Cruise Passenger bieten wir das „Best Expedition Cruise Ship“… Mein Ziel: Den hohen Standard auch künftig auf Erfolgskurs halten.

Auch Expeditionen gehören zum Silversea-RepertoireBei den Expeditionsschiffen von Silversea gilt entgegen der Hapag-Lloyd-Flotte: Die Bordsprache ist Englisch, was gerade bei wissenschaftlichen Vorträgen etwas hinderlich sein kann.Wie denken Sie darüber?
Wir sind eine internationale Reederei und somit ist unsere Bordsprache natürlich Englisch. Trotzdem legen wir gerade bei Expeditionsreisen besonders viel Wert auf deutschsprachige Lektoren und Vorträge, denn das gehört für mich zu einzigartigen Urlaubserinnerungen und maximalem Service dazu. Künftig sollen alle Expeditionen mit deutschsprachigen Lektoren in den Katalogen und auf derWebseite besonders gekennzeichnet werden.