Wüste in Jordanien

Auf biblischem Boden

Hundert Schattierungen von Rot: Die Wüste in Jordanien deckt ein erstaunliches Spektrum verschiedenster Farbnuancen ab. Ein pastelliges Ziegelrot des Sandes hebt sich vom leuchtenden Kupferton der schroffen Felsen ab, die scharfkantig wie Rasiermesser aufragen. Ein zartes Rostrot verschwimmt mit Puderrosa, darin einzelne Steine und Gräser, deren Grau- und Silbertöne geradezu extravagant wirken. Dazwischen mischen sich Beige- und Honigtöne, Ocker und Braun. Und über allem der stahlblaue Himmel, wolkenlos und ungetrübt. Das südliche Wadi Rum ist ein Gesamtkunstwerk und mit seinen Felsenbrücken und Canyons wohl eine der beeindruckendsten Wüsten Jordaniens. Als wäre das nicht schon spektakulär genug, können sich Reisende in Jordanien in der Großen Grabensenke 400 Meter unter dem Meeresspiegel bewegen. Aber zu Jordaniens Wüsten gehören auch Gebiete, die scheinbar kaum mehr von dieser Welt zu sein scheinen. Unendliche Flächen, die mit schwarz-grauen Basaltwüsten überzogen sind, deren abweisende Lavaformationen eine Art Endzeitstimmung erzeugen. Eine Reise durch Jordaniens Wüsten bewegt sich aber auch oft auf den uralten Spuren der Bibel. Viele Orte erscheinen bereits im Alten Testament und bis heute dürfte sich an der Landschaft nicht viel verändert haben. Die Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch das Land. Römerkastelle und Wüstenschlösser tauchen manchmal wie aus dem Nichts am flirrenden Horizont auf und es ist offenkundig, dass Jordaniens Wüste schon immer Menschen angezogen hat.