Wüste in Abu Dhabi

Oasen wie im Märchen

Unaufhaltsam sucht sich die Wüste in Abu Dhabi ihren Weg, wandert von der Küste ins Landesinnere. Bis zu fünf Meter im Jahr kriechen die 200 Meter hohen Sanddünen vorwärts, über flache Sandebenen und wellige Schotterflächen. Die Wüste ist flach, unerschlossen, menschenleer. Und doch gibt es in dieser unwirtlichen, fast vegetationslosen Weite Leben. Wenige Oasen wie Al Ain und Liwa trotzen seit Jahrhunderten Dank genügend Grundwasser allen Widrigkeiten. Selten führen die Wadi, meist ausgetrocknete Flussbetten, Wasser und sichern das Überleben von Tieren, Pflanzen und Menschen. Wie eine Fatamorgana wirken auch die wenigen Unterkünfte, die inmitten des Dünenmeeres wie die Kulisse einer authentischen Weihnachtskrippe wirken. Wie Festungsanlagen, die sich mit Mauern und Zinnen gegen die Wüste wehren, die grünen Rasen, schattige Veranden und sprudelnde Wasserbecken gegen den Angriff von Hitze, Staub und Sand schützen. Auch diese Wüsten-Residenzen in Abu Dhabi sind Oasen, in denen die Gäste wie Wüstenscheichs leben, umgeben von orientalischem Luxus und Kühle, immer mit dem Blick auf Abu Dhabis Wüstenlandschaft. Alleine auf der Terrasse das Farbenspiel der Dünen zu beobachten, wie sie morgens auf der Schattenseite schwarz sind, ihre Kämme von der Morgensonne fast weiß beleuchtet. Wie die fast senkrecht herabstürzenden Strahlen das Sandmeer mittags in flirrende Bewegung setzen, wie der Abend die Szene gnädig in ein Gemälde aus Violett, Rosé und Kupferrot taucht. Die Wüste Abu Dhabis zu beobachten macht süchtig.