Willie Gordon - Der mit der Geschichte spielt

Ganz im Nordosten von Australien, in der Nähe von Cooktown, lebt ein ganz besonderer Mensch. Wer ihm begegnet, erzählt von „magischen Erlebnissen“, „eines der fünf bedeutendsten Dinge, an die ich mich mein Leben lang erinnern werde“, „a life changing experience“, „der Höhepunkt unserer Australienreise“, „eine Inspiration“. Beim Lesen der Beiträge in seinem Gästebuch bekommt man Gänsehaut!


Aborigine-Kultur aus erster Hand von Willie GordonElder der Nugal-warra
Doch wer ist dieser Mensch? Wir sprechen über Wilfred „Willie“ Gordon. Aborigine, Australier und „Elder“ des Nugal-warra-Stammes. Wobei diese Bezeichnung nichts mit dem Alter, noch mit einer Position zu tun hat. Es weist ihn als so etwas wie einen Lehrer und Geschichtenerzähler aus.
Willie wuchs in Hope Vale und Cooktown auf. Er hat eigentlich Kesselmacher gelernt, arbeitete dann aber als Sozialpädagoge mit alkohol- und drogenabhängigen Jugendlichen.
2003 gründete er Guurrbi Tours und heute werden seine Touren in jedem Reiseführer als „Must do“ gelistet.
2008 wurde er für sein Engagement in seiner Region Cook Town sogar zum „Australia Day Citizen of the Year“ gewählt. Bei der Verleihung war der bescheidene Mann sprachlos und hatte ob dieser Ehrung mit den Tränen zu kämpfen.


Uraltes Wissen statt Boomerang
Willies Tagestouren sind einzigartig, keine gleicht der anderen. Einfach, weil auch die Menschen immer wieder andere sind und Willie es wie kein Zweiter versteht, sich auf seine Gäste einzustellen. Er ist ein ruhiger Kumpeltyp und nach den Berichten seiner Gäste zu urteilen das, was man als „Seher“ bezeichnen würde. Seine Eloquenz ist bemerkenswert! Willie kommt nicht bemalt, wirft keine Boomerangs und spielt kein Didgeridoo. Vielmehr ist ein Tag mit ihm eine spirituelle Reise und eine sehr lehrreiche noch dazu. Es geht um den Verlust seiner Kultur, um die Geschichte seines Stammes und um ewig altes Wissen.


Seine Gäste werden Teil der Geschichte
Ziel der Touren sind heilige Stätten seiner Vorfahren, Höhlen mit beeindruckenden Malereien und Geschichten. Unter anderem die Höhle der Regenbogenschlange Yimbal, dem Schöpfungssymbol für die Aborigines. Es ist Willies Aufgabe als Elder, diese Malereien zu deuten und die Geschichten, die sie erzählen, zu bewahren.
Dabei hat er die außergewöhnliche Gabe, seine eigene Geschichte und die seiner Ahnen mit denen seiner Zuhörer zu verbinden. „Ich möchte, dass die Menschen meine Geschichten mitnehmen und zu Hause erzählen. Ja, ich lade sie dazu ein, ein Teil der Geschichten zu werden. Somit sorge ich dafür, dass sie fortbestehen.“


Ein besonderer Mensch mit einem besonders großem Herzen und einem besonderen Anliegen.