Die San - Bewahrer des Erbes der Menschheit

Tiere und Pflanzen, Frauen und Männer, ein allmächtiger Gott und sein böser Gegenspieler - alle haben das gleiche Recht den auf Leben. Zum rhythmischen Herzschlag der Trommeln tanzen sich bunt geschmückte Frauen und Männer in Trance. Die Hitze der Sonne und den aufgewirbelten Staub spüren sie nicht. Die Tänzer stellen den Kontakt her zwischen Mensch und Natur, dem Übersinnlichen und dem Greifbaren, und rufen „Nxum“ - die heilende Kraft. Sie kennen keine Hierarchie und die Gemeinschaft fällt alle wichtigen Entscheidungen zusammen, nur das Lebensnotwendige wird der kargen Kalahari entrissen, um das empfindliche Gleichgewicht nicht zu stören.

Nachfahren der ersten Menschen
Ihre Stammesnamen sind unaussprechlich und deshalb nennt man sie die San. Ein Buschvolk, das mit nur noch 100.000 Mitgliedern vom Aussterben bedroht ist. Ein Volk klei- ner Menschen, die sich über die Jahrtausende optimal an die un- wirtlichen Bedingungen der Wüste angepasst haben und deren Leben sich kaum von dem des ersten Homo sapiens unterscheidet, der vor mehr als 150.000 Jahren Afrika betrat. Ein Volk, das als direkter Nachfahre der ersten Menschen dieses Kontinents gilt. Noch heute zeugen kunstvolle Malereien in der Kalahari von einer einzigartigen Kultur, die bereits vor 26.000 Jahren Szenen des täglichen Lebens festhielt. Wie wenig sich geändert hat, zeigen die nach wie vor gebräuchlichen Riten, junge San den Kreis der erwachsenen Jäger aufzunehmen: Asche der zu jagenden Tiere wird auf Schnitte an Armen und Beinen gestreut, damit Jäger und Gejagter eins werden, ihre Geister sich verbinden. So kann dem Tod des Tieres die gebührende Achtung zu Teil werden und der Triumph dennoch gebühren gefeiert, werden.