Für die Ewigkeit gemalt

Felsenkunst der Aborigines

Uralte Zeichen im FelsSeit mehr als 40.000 Jahren leben die Aborigines im Schatten eines mächtigen Sandsteinplateaus im Kakadu Nationalpark, der auf keiner Australien-Rundreise fehlen darf. Und ebenso alt sind ihre fantastischen Felszeichnungen, die man überall bewundern kann.
Der Kakakdu National Park erstreckt sich über 20.000 Quadratkilometer und umfasst fast den gesamten Einzugsbereich des South Alligator River. Als Weltkultur- und Weltnaturerbe steht Australiens größter und bedeutendster Nationalpark seit 1984 unter dem besonderen Schutz der UNESCO. Geschützt wird nicht nur seine einzigartige Natur, die alle Lebens- und Landschaftformen des Top End umfasst, sondern auch die Jahrtausende alte Kultur der Region.

Blitzmann in Röntgentechnik
Ein weinender Gott? Ein Bilerbuch im Fels

Bis in die jüngste Zeit wohnten die Ureinwohner Australiens noch in Höhlen und Grotten, fanden ihre Nahrung im Busch oder in den Billabongs und malten Menschen, Tiere und Geister mit gelbem und rotem Ocker, Kohle und Kreide auf Felswände. Gespenstisch leuchtet der Namarrkon, der Blitzmann, zwischen dem Blättergrün des Nourlangie Rock hervor, klapperdürr wie ein Skelett, doch unendlich kraftvoll. Mit seinem magischen Blick hat er die ihn umgebenden Tiere durchbohrt: Fische, Kängurus, Warane und Schildkröten – abgebildet im so genannten Röntgenstil, für den Kakadu so berühmt ist. Durch Schuppen und Haut sind die inneren Organe zu sehen. Die Bilder, über Jahrtausende an Felswände, Höhlen und Überhänge gemalt, bilden eine einmalige Freiluftgalerie von der Vorzeit bis zur Gegenwart.

Lehrbücher im Fels
So sehen die Aborigines die ersten Segelschiffe

Mehr als 7.000 Felszeichnungen wurden in Kakadu entdeckt; die ältesten sind bis zu 30.000 Jahre alt. Geritzt oder gemalt, schildern sie Entstehungsgeschichten aus der Traumzeit, bilden den Alltag ab und dienten als Lehrstücke, mit denen ältere Stammesangehörige den Jungen Anweisungen zur Jagd gaben. Starb ein Maler, überdeckte sein Nachfolger die Werke mit eigenen Motiven. Viele der Felszeichnungen im Nationalpark hat bis heute kein Fremder gesehen. Aus religiösen Gründen werden sie verborgen gehalten und sprechen an diesen heiligen Stätten noch immer zu den traditionell hier ansässigen Bininj Aborigines. Ausführlich erklären Aborigine-Guides auf geführten Touren die berühmtesten Fels-Galerien: Nourlangie, Nanguluwur und Ubirr. Unter den Felsüberhängen der Main Gallery ist neben typischen Beutetieren wie Katzenfisch, Waran und Wallaby auch ein Beispiel der „contact art“ zu sehen: ein Europäer in Stiefeln, die Hände in den Hosentaschen. Rauchend steht ein zweiter Weißer daneben.