Ameisen zum Frühstück

Leben mit und in der Natur – bis heute nutzen die Aborigines die Kräfte und Schätze Australiens, um noch ein Stück weit in die Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten. Aborigine-Guides zeigen Gästen, wie das geht.
Der Aborigine-Guide Greg hat keine Angst vor den Riesen-Reptilien. Mit bloßen Händen habe er schon Krokodile gefangen, erzählt er bei einer Bootstour auf dem East Alligator River. Er greift nach einigen Blättern, zerreibt sie, gießt ein wenig Wasser darüber – und die Naturseife beginnt zu schäumen. Vom Motoröl an den Händen ist nichts mehr zu sehen.

Spinnenbeinblüten und grüne Ameisen
Den kleinen Hunger stillen fette Maden, die in verrotteten Baumstümpfen leben. Grüne Ameisen bieten eine reiche Vitaminquelle und Rindensaft wird zur Behandlung bei Entzündungen angewendet. Aus dem Bast des Papierrindenbaums werden „Dilly Bags“ geflochten, praktische Beutel und Taschen. Für die Jagd besitzen die Aborigines ein umfangreiches Waffenarsenal: Bumerangs und Speere unterschiedlichster Ausstattung.

Essen, was die Natur gibt Grüne Ameisen - eine DelikatesseRuhiger verläuft der Fischfang: ein paar Früchte der Frischwassermangroven, die mit roten „Spinnenbeinblüten“ am Ufer blühen, aufgeschlitzt und ins Wasser geworfen – und schon schwimmen die ersten Fische, vergiftet vom Fruchtsaft, an der Oberfläche. Langsam senkt sich die Nacht über das urzeitliche Land. Die letzten Strahlen der Tropensonne verwandeln Kakadu in eine erst golden, dann rot leuchtende Symphonie, aus der schwarz die Schatten der Papierrindenbäume aufragen. Langsam und leise gleitet das letzte Tourboot über den Yellow Water Billabong. Mit einem Crescendo quakener Frösche verabschiedet sich der Tag.