Ngaas Kampf gegen das Vergessen

Wenn man den gedrungenen Mann mit dem freundlichen, runden Gesicht und dem fedrig-wuscheligen Zopf sieht, erscheint Ngaa nicht außerordentlich beeindruckend. Dennoch ist er ein Einzelkämpfer für die uralte, mystische Kultur der Insel Aitutaki.

Ngaa kämpft für den Erhalt seiner KulturSpätestens wenn er gestenreich von seinem „Rettunsgprojekt“ schwärmt: „Ich wusste, dass es funktionieren wird weil es einfach nichts Vergleichbares gibt!“ Nichts Vergleichbares – das ist Punarei Cultural Village. Die Rekonstruktion eines alten Aitutaki-Dorfs, die auf mühsam zusammengesuchten Wissensfragmenten beruht.

Denn auf den Cook Islands gibt es so gut wie keine Hinweise mehr auf deren einst reiche Kultur. Ngaa begann 2002 gemeinsam mit einem Archäologenteam, auf seinem Grundstück kulturhistorische Stätten ans Tageslicht zu fördern. Dabei grub Ngaa nicht nur die Basalt-Monolithen eines „Marae“-Kultplatzes aus, sondern auch ein kleines Stück Aitutaki-Vergangenheit.


Ngaa grub die Basalt-Monolithen eines ''Marae''-Kultplatzes aus„Wir wissen eigentlich nichts über unsere Vergangenheit. Gleichzeitig vergisst aber die nächste Generation das Bisschen, was überliefert ist“, erklärt Ngaa sein Engagement.
Dass sein leidenschaftliches Projekt Punarei Cultural Village auf den Cook Islands stattfindet, macht die Sache nicht leichter. Denn auf den Mini-Inseln mitten im Ozean sind die ohnehin schon aufwändigen Recherchen noch aufwändiger – auch finanziell. Einzige Einnahmequelle sind Besucher, die in Punarei nicht auf die sonst übliche Touristen-Unterhaltung stoßen.

Punarei Cultural Village -  Rekonstruktion eines Aitutaki-DorfsKostprobe altüberlieferter SpeisenKein trockenes Aneinanderreihen von Jahreszahlen oder oberflächliche Tanzshows! Stattdessen sieht man Gäste Kokosnüsse mit Palmenfächern über eine Matte wedeln – ein uraltes Gesellschaftsspiel. Oder Palmblatt-Teller flechten, um darauf Rukau („Cook-Island Spinat“ aus gekochten Tao-Blättern) und Fisch aus dem traditionellen Erdofen zu kosten. Mit diesen kleinen aber wichtigen und mühsam recherchierten Details erhalten Ngaa aber auch seine Gäste ein letztes Stück Aitutaki-Vergangenheit am Leben.