UNESCO-Weltkulturerbe & Sehenswürdigkeiten

Falaj System

Es ist eines der raffiniertesten Wassersysteme der Welt, in Oman wurden fünf davon von der UNESCO in den Stand des Weltkulturerbes erhoben.

Die Legende erzählt, dass einst König Salomon das einzigartige Bewässerungssystem der “Falaj” initiierte. Um die Not der Menschen in den trockenen Gebieten zu mildern. Ließ er ein weltweit einzigartiges System steinerner Bewässerungskanäle anlegen. Tatsächlich waren es die Perser, die vor rund 2.500 Jahren dieses Kanalsystem errichteten, das mit einer ausgeklügelten Technik durch das Umstellen von Steinen oder Klappen das Wasser mal hierhin, mal dorthin lenkt.

Bis heute versorgen die 20-50 Zentimeter breiten Kanäle die Menschen mit dem kühlen Nass: mal oberirdisch als „Ghail-Falaj“ oder unterirdisch in Form einer „Qanat-Falaj“, wobei es auch hier nochmal Unterschiede gibt – je nachdem, woher das Wasser kommt.
Die Aini-Aflaj werden direkt von der Quelle gespeist, das Wasser der Ghaili-Aflaj stammt aus einem Wadi, einem Flusstal.

Von den einst 12.000 Aflaj (so der Plural) des Omans werden heute noch 4.000 genutzt, wobei Falaj nicht gleich Falaj ist; darauf besteht Rashid bin Said: „.“ Besonders stolz ist er darauf, dass der rund zehn Kilometer lange Tunnel von dort schon seit über 200 Jahren reibungslos funktioniert.

Seit jeher wacht ein Wakir als Wassermeister über etliche Dutzend Kilometer dieser kleinen und großen Falaj-Kanäle – die im Plural „Aflaj“ heißen. Oft geht er schon vor Sonnenaufgang los, damit alle Dorfbewohner ihr Wasser zur rechten Zeit zugeleitet bekommen. Mit Hilfe von Sonnenuhren oder Sternkalender können die Bauern sagen, wann ihre Zuteilung durch die steinerne Rinne sprudelt – in der Regel alle sechs Stunden.

Das uralte Wissen um die hohe Kunst des Falaj-Baus, wird mündlich weitergegeben, seit Generationen schon. Jeder Meter der Aflaj funktioniert ohne hydraulische Hilfsmittel, nur vom Gefälle geleitet.

Die 5 UNESCO Aflaj in Oman:

• Falaj Daris nahe Nizwa/ Region Al Dakhiliyah
• Falaj Khamtayn in Birkat Al Mauz/Region Al Dakhiliyah
• Falaj Al Malaki im Bezirk Izki/Region Al Dakhiliyah
• Falaj Al Muyassar im Bezirk Rustaq/Region Al Batinah
• Falaj Al Jaylah (Aini Aflaj) in Al Jaylah/Region Al Sharqiyah

Die antiken Grabmale von Bat & Al-Ayn

Kühn erheben sich die monomentalen Grabmale auf den Hügeln rings um die Orte Bat und Al-Ayn, ganz anders, als die diskreten modernen Friedhöfe Omans. Bis heute weiß man wenig über diese sieben Grableben, die wohl zwischen 2.000 und 3.000 v. Chr. angelegt wurden. Übrigens weltweit die besterhaltenen Nekropolen dieser Epoche!

Die freistehenden, bis zu 12 Meter hohen Steinkonstruktionen von Bat , in denen bis zu 200 Menschen ihre letzte Ruhe fanden, erinnern an riesige Bienenkörbe, die in ihrer Art einzigartig sind und zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Auch jene Gräber von Al-Ayn stehen unter dem Schutz der UNESCO, sind jedoch nicht mehr so gut erhalten. Von den wahrscheinlich 8 Meter hohen Grabmälern sind teils nur noch die unteren 3 Meter vorhanden – nichtsdestotrotz ein beeindruckender Anblick.

Einzigartig für diese beiden Stätten ist allerdings, dass man auf Grund der noch vorhandenen Steinbrüche den Bauprozess noch nachvollziehen kann: Vom reinen Felsstück über die Arbeit der Steinmetze bis hin zu den Konstruktionstechniken in vorchristlicher Zeit.

Weihrauch-Straße Wadi Dauka

Die Weihrauchstraßen bildeten einst die Keimzellen großer arabischer Reiche, Städte entlang der Karawanenrouten erlangten beträchtlichen Wohlstand. So auch im Sultanat Oman, dessen Weihrauchstraße mit vielen archäologischen Stätten seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt – darunter auch das lange verschollen geglaubte „Atlantis Arabiens“.

Sehenswerte Orte entlang der Weihrauchstraße:
• Museum des Weihrauchlandes/ Region Salalah: Eines der markantesten historischen (Freilicht-)Museen Omans ist Teil der ebenfalls unter dem Schutz der UNESCO stehenden Stadt Al Baleed und entführt Besucher in längst vergangene Zeiten.

• Al Baleed: auch die Stadt selbst steht unter dem Schutz der UNESCO. Eine beeindruckende archäologische Stätte zwischen Dünen und Lagunen, deren Ruinen teils über 2.000 Jahre alt sind. Besonders markant sind die rund 13 Meter hohen Mauern der Festung sowie die Stadtmauer.

• Khor Al Balid: Diese Lagune war einst mit dem Meer verbunden und diente als natürlicher Hafen, in dem die Weihrauchhändler ihre Schiffe festmachten.

• Khor Rori: Sandbank, Naturschutzgebiet und Lebensraum vieler Vogel- und Fischarten – der ehemalige Weihrauchhafen mit dem Namen Samharam wurde bereits in griechischen, hellenischen und arabischen Geschichtsquellen erwähnt. Ganz in der Nähe liegen bedeutende Ruinen aus vorchristlicher Zeit.

• Shisr (Ubar): Absolut faszinierend ist ein Besuch in der antiken Oase Shisr, in der Archäologen die in Bibel und Koran erwähnte Weihrauchhandelsstätte Ubar vermuten – Omans Pendant zum mythischen Atlantis. Womöglich wurde Ubar vor mehr als 5.000 Jahren gegründet und seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts bis 1991 dauerte die suche der Forscher, bis mit Hilfe von Satellitenbildern eine vollständige, von Sand begrabene Stadt entdeckt wurde.

• Wadi Dauka (Doka): Das Naturschutzgebiet ist ein wunderschönes Beispiel für eine typische Weihrauch-Anbauregion des Sultanats, in der weit über 1.000 der bizarr geformten Kleinbäume wachsen und alljährlich ihr wertvolles Harz freigben.

Festung von Bahla

Einst bewachten sie Dörfer und Oasen, blicken von Hügeln und Bergen ins Weite Land – majestätische Burgen. Eine davon allerdings ist so besonders, dass sie unter dem Schutz der UNESCO steht – die Festung von Bahla.

Alleine die Ausmaße der Oasen-Festung sind enorm, denn im Gegensatz zu anderen Oasenstädten wird hier neben der Siedlung und den Souks die gesamte Fläche von einer Lehmmauer umschlossen. Bis zu 5 Meter hoch und über 10 Kilometer lang ragt die Festung aus dem grünen Palmenmeer empor.
Das Herz der Anlage ist die Burg Hisn Tamah, die alleine über 15 Tore zugänglich ist.


Weitere höchst sehenswerte, allerdings nicht zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Festungen sind einen Besuch wert:
Nizwa & Jabrin!


Und schließlich muss man natürlich die Festung der wasserreichen Oasenstadt Nizwa nennen – angeblich die sehenswerteste Stadt Omans! In der restaurierten Wehrburg ist heute ein Museum untergebracht. Ganze 12 Jahre soll der Bau in Anspruch genommen haben, wenngleich weite Teile während des Jebel Akhdar-Aufstandes zerstört wurden.

Dank einer höchst aufwändigen Restauration durch Spezialisten in alten Bautechniken ist das Fort von Nizwa heute aber eine Oase in der Oase: mit schattigem Innenhof, Brunnen, einem Café und dem vielleicht schönsten Blick über das Land – vom größten Festungsturm Omans aus!

Jabrin, einst bedeutendes Zentrum für Astrologie, Medizin und Islamisches Recht, ist eine der am besten Erhaltenen Lehmburgen des Omans. Sogar die kunstvolle Deckenbemalung ist noch heute gut sichtbar – ein Zeugnis dessen, dass es sich bei der Burg eigentlich um die Sommerresidenz des Imams Bil’arab bin Sultan al Ya’arubi handelte.

Auch die wunderschön geschnitzten Türen oder die restaurierten Falaj mit klar sprudelndem Wasser zeigen, dass Jabrin mehr als eine Wehranlage war.

Al-Hoota-Höhle

10 Jahre lang war die zweitgrößte Höhle des Sultanats Oman nahe Bahla gesperrt.
Seit 05.09.2016 ist die erste und einzige „Show-Höhle“ auf der arabischen Halbinsel mit einem See und ihren vielen Stalagmiten und Stalaktiten wieder für Besucher geöffnet.

Ergänzt von einem Geologie-Museum, das einige der geologischen Besonderheiten, erklärt. Unter anderem mit Exponaten von über 150 verschiedenen Gesteinsarten, versteinertem Holz oder Korallen.

Mit einer Bahn geht es in die ca. 2 Millionen Jahre alte Höhle am Fuße des Jabal Shams, ein Café, ein Kinderbereich und ein Souvenir-Shop machen Lust, auch zurück an der Erdoberfläche länger zu bleiben.