USA & Kanada

Ich bin das schwarze Schaf der Familie. Im positiven Sinn. Denn auch, wenn es meine Eltern zu Hause am schönsten finden, habe ich immer die Stimme meiner Oma im Ohr: „Kind, schau Dir die Welt an!“ Und das habe ich ausgiebig getan, bin aber letztlich an Nordamerika hängen geblieben. Alleine der Unterschied zwischen den Amerikanern und Kanadiern ist faszinierend. Klar stimmt das Klischee, dass Amerikaner oberflächlich sind. Meine Erwartung ist aber auch nicht, im Urlaub immer Freundschaften fürs Leben zu schließen. Ein „excuse me“ hier oder ein „have a nice day“ dort machen den Alltag freundlicher. Sicher ist das Verhalten regionsabhängig, aber gerade in weniger touristischen Gegenden habe ich die interessantesten Gespräche geführt.

In den Staaten werde ich eine andere Kerstin

Ich lasse mich in den USA gerne auf diese Mentalität ein, bin mittlerweile Meisterin des amerikanischen Smalltalks und reagiere oft mindestens so überschwänglich, wie es sich für eine echte Amerikanerin gehört. Die Kanadier hingegen sind deutlich bodenständiger, jedoch nicht weniger herzlich. Ich habe auf meinen Reisen nach Nordamerika schon die tollsten Menschen kennengelernt, unkompliziert aber auch meist unverbindlich. Das ist so. Trotzdem kenne ich kein anderes Land, wo man bei einer Liftfahrt über fünf Stockwerke den Lebenslauf seines Gegenübers erfährt – typisch Nordamerika.

Meine große Liebe ist New York. Ganz bewusst genieße ich diese Stadt oft als Alleinreisende, über 35 Reisen dorthin stehen bereits in meinem Reisetagebuch. Die Energie, das sich stetig verändernde Bild der Stadt, die vielen Gesichter der Stadtviertel, das unfassbar, schier unerschöpfliche  Angebot an Kultur, Kunst, Musik und natürlich auch Shopping, beflügeln und inspirieren mich. Schlussendlich bin ich wohl ein „Ostküstenmädchen“. Obwohl – nein, ich will und kann mich nicht festlegen. Ganz Nordamerika ist einfach…amazing, fantastic and a real treat!