Bush Tucker

So essen die Aborigines

Spannend, was die Aborigines so alles essen © TA/J.FisherBush tucker, Bushfood, Aborigine-Kost, Steinzeitessen… Man kann es nennen, wie man will doch eines ist sicher: die Kost der australischen Ureinwohner ist mitunter erst einmal gewöhnungsbedürftig. Dass es grundlegend beim bush tucker nicht um kulinarische Spitzenerlebnisse ging. Sondern vor allem um Überleben und auch darum, sich unter extremen Lebensbedingungen im Outback möglichst nährstoffreich zu ernähren.
Das wird Beim Blick auf die typischen „Lebensmittel“ der australischen Ureinwohner deutlich.

Was für uns nur in Form von Fremdgruseln während TV-Serien mit Prominenten im Dschungel wahrgenommen wird, ist bis heute für Aborigines Hausmannskost. Jede Zutat hat bei ihnen eine Verbindung zur Traumzeit, medizinische und nährende Nutzung überscheiden sich zum Teil.

Bunte Vielfalt aus Nüssen und Samen© TA/O.StreweEin paar bush tucker-Spezialitäten (von geschätzt 6.000 verschiedenen, das sind ca. 25% der endemischen Flora und Fauna) möchten wir Ihnen hier näher vorstellen:

Witchetty Grubs
Diese fingerdicken und -langen Larven von Holz- und Wurzelbohrer sowie Bockkäfer gibt es vor allem in Zentralaustralien. Die höchst eiweißreichen „Trüffel des Outbacks“ schmecken roh unangenehm ölig, in heißer Asche geröstet allerdings begeistern sie experimentierfreudige Gourmets mit einem Aroma aus Mandeln, Garnelen und mildem Käse.

Mud Crab – Schlammkrabbe
Wer sich nicht vom Namen dieser großen Krabbe abschrecken lässt, findet unter dem harten panzer zartes, leicht süßes und sehr eiweißreiches Fleisch. Schlangen Statt Hühnchen gibt es zum bush tucker Amethyst-Python oder Wasserpython, deren weißes Fleisch ähnlich zubereitet wird und schmeckt.

Wapiti – Busch-Karotte
Um diese zähe Überlebenskünstlerin ranken sich viele Legenden der Traumzeit. Die dünnen, fast weißen Rüben werden neben der Feuerstelle so lange im heißen Boden vergraben, bis sie weich und genießbar sind. Palmennüsse Eine Delikatesse sind die Nüsse der Pandanus- und Bunya-Palmen, die von den Aborigines seit über 50.000 Jahren wegen ihres Rumaromas geschätzt werden.

Quandong
Diese kugelrunde, knallrote Frucht schmeckt sauer und scharf zugleich. Das Fruchtfleisch wird meistens nur getrocknet als Gewürz verwendet und enthält doppelt so viel Vitamin C wie Orangen. Die Kerne bleiben medizinischen Zwecken vorbehalten.

Muntries
Die kleinen, violetten Früchte gehören zu den ältesten bush foods und werden auch „Emuapfel“ genannt. Dank ihres süßen, apfelartigen Aroma und der vielen Antioxidantien erleben die Muntries heute ein Revival in der australischen Küche. Als Trockenfrüchte waren sie einst ein wichtiger Notvorrat.

Ants – Ameisen
Ob Grüne Ameise oder Honigameise, beide Insekten sind die XXL-Ausführung der uns geläufigen Krabbeltiere. Larven und ausgewachsene Tiere der Green Ant schmecken limettenartig und werden gerne zusammen mit Wasser zu einer Art „Busch-Limonade“ gemixt. Aborigine-Frauen graben auf der Suche nach den Arbeiterinnen der Honigameise bis zu einen Meter tief in den Boden. Das Hinterteil der Arbeiterinnen ist aufgeblasen mit gespeicherten Honigvorräten.

Wattleseed –Akaziensamen
Die reifen Samen verschiedener Akazienarten werden wie Kaffee geröstet und gemahlen zu einem stärkenden Trank aufgegossen. Während des Röstens werden wertvolle Nährstoffe aufgeschlossen und für den Körper verwertbar gemacht, was sie auch beliebt als Würzmittel, beispielsweise für Damper, macht.

Rund 25% der Pflanzen Australiens sind essbar © TA/O.Strewe

Schon gewusst?
• Bis auf ein paar Stämme im Norden Australiens kochte kein Aborigine mit Wasser, Tee und Kaffee waren ihnen unbekannt, ebenso Kochgeschirr. Zum Garen wurde das Meiste neben dem Feuer im Boden vergraben oder direkt in den Flammen gebraten.
• Von den rund 20.000 australischen Pflanzenarten ist jede fünfte genießbar.