Alltagsessen in Australien

Typisch australische Leibgerichte

Längst ist der Kontinent am anderen Ende der Welt in aller Munde, wenn es um Abalonen, Austern und natürlich Spitzenweine geht. Doch was essen die Aussies eigentlich selbst am liebsten? Was steht tagtäglich auf dem Speiseplan in Down Under und welche Gerichte und Lebensmittel sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken?

Hier stellen wir Ihnen die absoluten Klassiker der australischen Alltagsküche vor, die nichts mit dem bush tucker der Aborigines zu tun haben.

Barbie & Beer
Grillen wann immer es geht - ©TA
„Let’s have a Barbie“! Gegrillt wird in Australien eigentlich immer und überall, in jedem australischen Park, auf jeder Grünfläche und Raststätte stehen mit Münzen betriebene Gasgrills, die zu jeder möglichen (und unmöglichen) Zeit von grillwütigen Aussies in Beschlag genommen werden. Transportiert werden Fleisch, Barramundi, Snapper und Shrimps im „eskie“, der Kühltasche. Zu jedem Barbie gehört ein Bier. Im Fall typisch australischer Sorten meist Lager oder im Fass fermentierte, starke, helle Sorten.

Meat Pie
Meatpie-Variantan ©TA/E. Argyropoulos
Unvermeidbar, bisweilen gewöhnungsbedürftig in ihrer Mischung aus nicht näher identifizierbarem Fleisch in dicker Tomatensoße, gehören Meat Pies in allen Variationen zur Grundausstattung jeder Bäckerei und Speisekarte. Traditionell serviert man die Pastetchen als „pie floater“, schwimmend auf einer Schüssel dicker Erbsensuppe, aber auch während Fußballspielen sind die kleineren Varianten ein beliebtes Fingerfood.

Fish & Chips am Strand
Sundowner mit Fish & Chips ©SATC/A.BruzzoneWas für uns Currywurstbude, Pommesbude oder Dönerbude sind, ist das “Fish & Chips” für die Australier: Ein Snack to go, der immer geht und am liebsten am Strand gegessen wird. Der „Catch of the Day“ wird in einer Bierteigpanade knusprig ausgebacken und mit dick geschnittenen Potatoe Wedges serviert, dazu gibt es klassische Tartare Sauce, eine Art Remoulade, oder asiatische Sweet Chili Sauce.

Vegemite
Love it or leave it. Zu Vegemite haben zumindest die Europäer ein höchst zwiespältiges Verhältnis, denn der Brotaufstrich aus konzentriertem Hefeextrakt ist gewöhnungsbedürftig. 1922 heuerte der Vorgänger des heutigen Kraft Food-Konzerns einen jungen Lebensmittelchemiker an, der aus den Bierhefeabfällen der Brauereien einen Vitamin-B-reichen Aufstrich entwickelte. Doch den australischen Hefeaufstrich-Markt hatte bereits das britsche Pendant „Marmite“ fest im Griff, kaum einer probierte also den Neuling Vegemite. So nannte die Fred Walker Companie ihr Produkt Parwill und warb mit dem Spruch: If Marmite…then Parwill! Doch erst 14 Jahre später und wieder unter dem Namen Vegemite trat der Hefeextrakt seinen Siegeszug an, dank ausdrücklicher Empfehlung durch die British Medical Association und der Armee, die ihn wegen des Gesundheitswerts während des Zweiten Weltkriegs an Soldaten austeilte. Bis heute ist Vegemite aus kaum einem australischen Haushalt mehr wegzudenken, am liebsten auf einem Stück Toast serviert.

Weet-Bix
Fast namens- und geschmacksgleich gibt es diese an Briketts erinnernden Frühstückscerealien auch in deutschen Supermärkten. 1920 eroberte das fortschrittliche Convenience-Produkt australische Haushalte, während der großen Wirtschaftskrise gehörte Weet-Bix zu den Carepaketen für Bedürftige und dann zur Verpflegung der Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Sir Edmund Hillary soll die Riesenkekse sogar auf seiner Mount Everest-Besteigung gegessen haben, in den 60ern wirbt Weet-Bix im Fernsehen um die Gunst der Jugend. Ab 1980 wächst die „Generation Weet-Bix“ auf, die den Tag mit den in heißer Milch eingeweichten Vollkornkeksen beginnt. Bis heute.

TimTams
Den süßen Kultriegel findet man in den verschiedensten Varianten, von weißer bis zu dunkler Schokolade, als „Turkish Delight“ und mit Orangenaroma. Laut der Firma Arnott’s gibt es in jeden zweiten australischen Haushalt ein Päckchen der Schokoriegel, rund 35 Millionen Packungen werden jedes Jahr gekauft, das sind 400 Millionen TimTams.