Lateinamerika & Antarktis

Buntgeschmückte Lamas vor der Kulisse der Anden, wilde Gauchos und Rinderherden, unsichere Straßen in Sao Paolo: So sieht das Lateinamerikabild einiger Kunden aus, die mich um Rat bitten. Dagegen stelle ich erst einmal: Pinguine, die größte japanische Kolonie außerhalb Asiens und Sao Paulo als Gourmethauptstadt Amerikas – das sind die weniger bekannten Höhepunkte. Ganz oft muss ich wirklich mit typischen Klischees aufräumen, wenn es um meine Zielgebiete geht. Natürlich bin ich tiefer drin in der Materie, weil ich die ersten 19 Jahre meines Lebens in Argentinien aufgewachsen bin. Aber die enormen Gegensätze der einzelnen Länder überraschen sogar mich immer wieder aufs Neue. Und wer erst einmal selbst ein lateinamerikanisches Land bereist hat, kommt eigentlich immer positiv überrascht zurück.

Reisen, die nicht per Knopfdruck fertig sind

Einen ganz großen Vorteil gegenüber vielen anderen Destinationen hat aber ganz Lateinamerika: Der Tourismus läuft hier erst seit den letzten Jahren an und auch nur ganz gemächlich. Das allerdings auf höchstem Niveau. Und so ist das Reiseerlebnis immer ein ganz intensives, unverfälschtes und die Lodges und Hotels können es locker mit europäischem Standard aufnehmen. Dazu in einer Umgebung, die einem wirklich den Atem raubt. Auch wir dachten anfangs: „Südamerika lohnt sich nicht, da gibt es ja nichts“ und da das immer noch viele glauben, biete ich meinen Kunden Reisen an, die nicht per Knopfdruck von jedermann abgerufen werden können. Belohnt wird die Experimentierfreudigkeit dann beispielsweise mit dem Besuch der zweitgrößten Kunstmesse der Welt: der „Art Sao Paulo“. Oder mit Wale-Watching in Argentinien und der Mondlandschaft der Atacama-Wüste. Weil Argentinien auch das Tor zur Antarktis ist, habe ich dieses geöffnet und mich, zumindest in den drei Monaten Reisesaison, in die Kälte vorgewagt. Allein die Möglichkeit, per Luxusschiff eines der empfindlichsten Ökosysteme unserer Erde zu erkunden und dabei zu entdecken, dass es auch im ständigen Frost überall faszinierendes Leben gibt – das ist Grund genug, einen Blick über meinen „Lateinamerikarand“ zu wagen. Ein Schritt ins ewige Eis, den ich nur wärmstens empfehlen kann.